Stellar Lumens – eine Analyse

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Stellar Lumens, die Ripple-Alternative | © Stellar Development Foundation
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Obwohl sie derzeit an sechster Stelle der beliebtesten Digitalwährungen steht, führt Stellar Lumens im Vergleich zu Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Co. ein Schattendasein. Wir haben uns mal genauer angesehen, wie Stellar funktioniert und worin der Unterschied zu ihrem Vorläufer Ripple (XRP) besteht.

Stellar Lumens (XLM) ist eine Digitalwährung, die internationalen Zahlungsverkehr erleichtern möchte. Damit schlägt sie in die gleiche Kerbe, wie auch Ripple. Tatsächlich wurden beide Projekte von der gleichen Person erdacht, Jed McCaleb.

2014 wendete sich McCaleb von Ripple ab und gründete die Stellar Development Foundation um laut eigenen Aussagen, ein paar grundlegende Probleme des Ripple-Protokolls zu beheben. Ripple Labs dementiert die Existenz solcher Probleme. Tatsächlich ist das Zerwürfnis der beiden Protokolle viel mehr auf philosophische Erwägungen zurück zu führen. Anders als häufig dargestellt, ist Stellar Lumens keine Ripple-Fork, sondern fußt auf einem grundsätzlich anderen Code.

Stellars Vision

Oberflächlich betrachtet, erfüllt Stellar tatsächlich den gleichen Zweck wie Ripple. Beide Protokolle wollen Nutzern die Möglichkeit gestatten, verschiedene Währungen mithilfe ihres eignen Tokens (XRP bei Ripple und XLM bei Stellar) über Ländergrenzen hinweg in Sekundenschnelle ineinander zu überführen. Damit sollen hohe Wechselkurse, wie zur Zeit bei konventionellen Finanzdienstleistern üblich, entfallen.

Während Ripple diesen Dienst allerdings ausschließlich für große Finanzinstitute bereitstellt, möchte Stellar den gleichen Dienst für den kleinen Mann und die kleine Frau ermöglichen. Das soll vor allem Menschen in Entwicklungsstaaten den Zugang zum internationalen Finanzsystem erschließen.

Im Stellar-Netzwerk können Währungen auf drei verschiedene Art und Weisen für einander eingetauscht werden:

  • Direkter Wechsel: Es können direkte Täusche von z.B. Euro in Philippinische Peso erfolgen. Diese Option ist dann möglich, wenn zwei Personen im Netzwerk den gleichen Betrag in die jeweils andere Währung tauschen möchten.
  • Tausch über XLM: Der Lumens-Token XLM kann auch als Mittler auftreten. Dieser Fall tritt ein, wenn sich die zu tauschenden Beträge nicht direkt entsprechen und kein direkter Wechsel zweier Personen möglich ist. Stattdessen tauscht z.B. Fritz seine Euros gegen die akkumulierte Anzahl der philippinischen Pesos von Hans und Horst.
  • Kettentausch: Sollten die ersten beiden Wege nicht möglich sein, erfolgt ein Kettentausch. Hierbei wird z.B. der Euro zunächst gegen US-Dollar getauscht und dann erst in philippinische Pesos überführt. Auch längere Ketten über bis zu 180 Währungen sind denkbar.

Das Stellarnetzwerk wählt automatisch die günstigste und schnellste der drei Varianten aus.

Sicherheit

Im Stellar-Netzwerk gibt es einmal das Ledger und die Anker. Das Ledger ist ein dezentrales und auf dem ganzen Globus verteiltes Kassenbuch. Hier werden die Informationen für die Geldtransfers zusammengetragen. Die Anker sind mit Stellar kooperierende Finanzdienstleister, die Zugriff zu diesem Ledger bekommen. Im Gegensatz zu Ripple können sich aber nicht nur Großbanken, sondern auch kleine lokale Finanzinstitute in das Netzwerk einklinken.

Anders als Bitcoin-Transaktionen, können Geldtransfers über das Stellar-Netzwerk nachträglich eingefroren werden. Zum Beispiel dann, wenn man versehentlich die falsche Adresse eingegeben hat.

Beispiel für einen Transfer

Jetzt, wo die Technik hinter dem Modell verstanden ist, folgt ein kleines Beispiel:

Fritz in Halle an der Saale möchte Hans in Manila in den Philippinen ein paar Euro zuschicken. Er tippt den zu überweisenden Betrag in eine App seines Finanzdienstleisters, der als Anker im Stellar-Netzwerk fungiert, und bestätigt die Transaktion. Das Geldinstitut registriert die Transaktion und prüft innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde ob Hans’ Finanzinstitut ebenfalls mit dem Stellar-Netzwerk verknüpft ist. Sobald die Bestätigung eingegangen ist, sucht das Netzwerk nach dem schnellstmöglichen Geldtransfer. In kurzer Zeit ist ein Pfad ausgemacht und die Transaktion erfolgt für einen Bruchteil eines Cents.

Schlussfolgerung 

Anders als herkömmliche Kryptowährungen wie etwa der Bitcoin ist Stellars Absicht nicht, eine Alternative zu traditionellen Währungen anzubieten, sondern viel mehr, bereits existierenden Währungen eine Stütze zu reichen. Stellar funktioniert aber nicht nur als Mittler für Fiatgeld, sondern auch Bitcoins und andere Kryptowährungen können über Stellar verschickt und gegeneinander eingewechselt werden. Während ihr Vorläufer Ripple (XRP) ein Service für Banken ist, kann Stellar auch als Vehikel für Privatpersonen herhalten.

1 Kommentar

  1. Interessanter Bericht. Störend finde ich nach wie vor, die komplizierte und teilweise sehr gefährliche Handhabung aller Kryptowährungen. So wird es noch Jahrzehnte dauern, bis genug Vertrauen und Voraussetzungen geschaffen sind für die wichtigsten leute im Markt: Die breite Masse!

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