Steigender US-Leitzins – eine Bedrohung für Kryptowährungen?

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Zinserhöhung ist nicht gut für Krypto-Vermögenswerte. | © www.leitzins.info
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Blockchain-Unternehmer Robert Leshner hat in einem aktuellen Interview auf die Gefahr hingewiesen, die steigende Zinssätze für Kryptowährungen darstellen könnten. Die US-Zentralbank hatte den Leitzins in diesem Jahr bereits dreimal angehoben, zuletzt auf 2,13 Prozent. Durch Leshners Startup Compound lassen sich Kryptowährungen zinsbringend anlegen.

Seit der Schaffung des ersten Bitcoin-Blocks haben die Zentralbanken der wichtigsten Industrienationen den Leitzins stets auf einem niedrigen Niveau gehalten. Doch die amerikanische Federal Reserve (Fed) scheint sich nach und nach von dieser Geldpolitik zu verabschieden. Das könnte vielen Kryptowährungen zum Verhängnis werden, wie der Finanzexperte und Blockchain-Unternehmer Robert Leshner am Freitag in der Sendung Balancing the Ledger erklärte.

Die Macht des Leitzins

Wenn ein Sparbuch heutzutage nicht mal mehr einen Prozent Zinsen im Jahr abwirft, dann liegt das vor allem an der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese legt über den Leitzins die Konditionen fest, zu denen sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen können. Damit soll die Wirtschaft in die gewünschte Richtung beeinflusst werden: In einer Krise soll eine Senkung des Leitzinses günstige Kredite ermöglichen und damit das Wachstum ankurbeln, während eine Erhöhung des Leitzinses einer Inflation entgegenwirken soll.

Der aktuelle Leitzins in der Eurozone liegt schon seit über zwei Jahren bei 0,00 Prozent und nach dem Willen von EZB-Präsident Mario Draghi soll das noch über den Sommer 2019 hinaus so bleiben. Die Banken geben diesen Zinssatz an ihre Kunden weiter, sodass die Erträge entsprechend mager sind und nicht mal die Inflation ausgleichen können.

Trendwende bei der Fed

Im Gegensatz zur EZB hat die amerikanische Fed den Leitzins kürzlich immer wieder erhöht. 2017 und 2018 gab es bereits jeweils drei Anhebungen und vor Ablauf dieses Jahres wird mit einer weiteren gerechnet. Im September erreichte der Wert 2,13 Prozent. Seit 2008 war die Zwei-Prozent-Marke nicht mehr überschritten worden.

Wenn klassisches Sparen somit wieder attraktiver würde, könnte das für andere Anlageformen zum Problem werden. „Wir kommen schließlich in ein Umfeld steigender Zinsraten, die Krypto nie zuvor gesehen hat und das wird möglicherweise schwierig für den Preis von einer Menge von Krypto-Vermögenswerten, sowie für Vermögenswerte allgemein, Dividendenpapiere eingeschlossen“, so Leshner.

Kryptowährungen ertragreich anlegen

Aber warum sollte man nicht auch Kryptowährungen zinsbringend anlegen können? Genau zu diesem Zweck gründete Leshner im vergangenen Jahr die Firma Compound. Über das gleichnamige Protokoll kann man entweder Digitalgeld zur Verfügung stellen und Habenzinsen erhalten oder sich etwas leihen und dafür Sollzinsen zahlen.

Im Mai hatte Compound bei einer ersten Finanzierungsrunde 8,2 Millionen US-Dollar erhalten. Unter anderem beteiligten sich der Risikokapitalgeber Andreessen Horowitz und die Exchange Coinbase als Investoren.

Bislang hat Compound vier Kryptowährungen gelistet: Ether, Basic Attention Token (BAT), Augur (REP) und 0x (ZRX). In Kürze soll außerdem ein Stablecoin hinzugefügt werden, der aktuell in einer Abstimmung ausgewählt wird. Bis Dienstag kann man noch seine Stimme abgeben.

Könnten steigende Zinsen Kryptowährungen tatsächlich unattraktiv machen? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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