So findest du dich im Wallet-Dschungel zurecht – ein Ratgeber

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Kryptowährungen werden ähnlich wie Bargeld in einer Geldbörse aufbewahrt mit einem Unterschied – die Geldbörse für Kryptowährungen ist digitaler Natur. Man unterscheidet verschiedene Arten von Wallets. Manche sind online abrufbar, andere gerätsgebunden und wieder andere können auf Papier gedruckt werden und sind tatsächlich haptisch greifbar.

Für eine Rezension der Ledger Hardware-Wallet hier klicken.

Für eine Rezension der Trezor Hardware-Wallet hier klicken.

Beim Kauf eines herkömmlichen nicht-digitalen Portemonnaies spielen Erwägungen eine Rolle, ob man sein Geld möglichst praktisch oder möglichst sicher verwahren möchte. Ein kleines Portmonnaie ist praktischer, kann aber auch leicht verloren gehen, wenn man es in seiner hinteren Hosentasche herumführt. Eine große Brieftasche hingegen ist unhandlicher, wird dafür aber meist in einer Handtasche geführt – das Geld ist also sicherer. Ähnliche Abwägungen muss man auch treffen, wenn man sich für eine digitale Wallet entscheidet.

Die Wahl der passenden Wallet ist ausschlaggebend für die Sicherheit und Beweglichkeit der eigenen Kryptowährungen. Natürlich kann man auch ohne eigene Wallet Kryptowährungen aufbewahren, indem man seine Tokens auf einem Exchange (auf Deutsch: Handelsplatz) parkt. Allerdings läuft man dann Gefahr, dass diese Kryptowährungen Hackerangriffen zum Opfer fallen und gestohlen werden. Denn im Gegenteil zu einer eigenen Wallet, werden die allermeisten Exchanges zentral geführt und sind daher immer wieder Ziel für Cyber-Attacken.

Genauso aber dient die Wahl der richtigen Wallet dem Schutz vor eigenem menschlichen Versagen. Immer wieder erwecken Geschichten über Bitcoin-Nutzer mediales Aufsehen, die ihre Wallet samt Kryptowährungen verloren haben und damit auf einen Schlag, in Euro umgerechnet, um einen Millionenbetrag ärmer wurden. So hat ein Mann aus Großbritannien 2013 versehentlich seine Harddrive entsorgt, welche die Schlüssel für 7500 Bitcoins enthielt, die zum aktuellen Bitcoin-Preis mehr als 50 Millionen Euro Wert wären.

Was ist eine Wallet?

Aus technischer Sicht ist eine Wallet eine Software, welche die Schlüssel für Kryptowährungen verwahrt. Die meisten Wallets lassen darüber hinaus den Empfang und Versand von Kryptogeld zu. Man unterscheidet den öffentlichen und den privaten Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel funktioniert ähnlich wie die IBAN einer EC-Karte. Dorthin kann Kryptogeld versandt werden. Der private Schlüssel entspricht dagegen der Geheimzahl der EC-Karte und kann dazu genutzt werden, um Zugriff zu den eigenen Digitalwährungen zu erhalten und diese nach Belieben zu bewegen.

Man unterscheidet eine „heiße“ und eine „kalte“ Lagerung. Lagert man seine Coins heiß, ist die Wallet mit dem Internet oder Desktop verknüpft. Diese Lagerung bietet sich an, wenn man regelmäßig Digitalwährungen bewegt, z.B. um Alltagseinkäufe zu erledigen. Lagert man seine Coin kalt, ist die Wallet vollständig vom Internet losgelöst. Diese Variante ist am sichersten (gleichzeitig aber weniger flexibel) und daher vor allem für Langzeitinvestoren interessant.

Heiße Lagerung

Wallets, die Kryptowährungen heiß lagern, sind gerade für Einsteiger leichter zu bedienen. Für rasche Geldtransfers sind sie die erste Wahl. Hier sind keine Zusatzgeräte wie etwa eine extra Hardware vonnöten. Zu unterscheiden sind Online Wallets und Mobile bzw. Desktop Wallets.

Auf eine Online Wallet lässt sich ortsunabhängig übers Internet zugreifen. Das macht sie zur praktischsten aber gleichzeitig auch riskantesten Walletform. Denn möglich wird dieses Maß an Komfortabilität nur durch eine Speicherung der Zugangsschlüssel auf einem externen Server. Sollte es einem Hacker gelingen diesen anzugreifen, wären womöglich auch die darauf platzierten Kryptowährungen in Gefahr.

Entscheidet man sich für eine Aufbewahrung der Coins in einer Cloud (Online Wallet), empfiehlt Coin Kurier die Jaxx-Wallet. Sie tut sich durch eine sehr angenehme Benutzeroberfläche hervor.

Eine Desktop oder Mobile Wallet ist eine Stufe sicherer. Hierbei wird eine Wallet auf ein Endgerät geladen und ist fortan nur von diesem Gerät aus nutzbar. Ein Zugriff über eine Cloud von anderen Geräten ist hier nicht möglich. Sicherer ist diese Aufbewahrungsform deshalb, weil die Zugangsschlüssel zu den eigenen Kryptowährungen nicht länger auf einem externen Server gesichert sind. Wer bereit ist, ein wenig Flexibilität für mehr Sicherheit zu opfern, für den könnte diese Aufbewahrungsmöglichkeit von Interesse sein.

Fällt die Entscheidung auf eine Desktop oder Mobile Wallet, empfiehlt Coin Kurier die Exodus-Wallet. Ein Kreisdiagramm bietet hier auf sehr elegantem Wege eine proportionale Übersicht über das eigene Portfolio.

Kalte Lagerung

Jedem, der langfristig in Kryptowährungen investiert, sei dringend empfohlen, auf eine kalte Lagerung zurückzugreifen. Diese Aufbewahrungsform ist durch eine externe Hardware, ein Blatt Papier oder ein gutes Zahlengedächtnis möglich.

Eine Hardware, die zur kalten Lagerung von Kryptogeld genutzt werden kann, kostet seinen Preis. Die beliebtesten Hardware-Wallets, Ledger Nano S und Trezor, sind für etwas unter 100 Euro im Handel erbwerblich. Ein Preis, den es sich zu zahlen lohnt, wenn man größere Summen an Kryptogeld besitzt und diese vor Hackerangriffen abgeschirmt sichern möchte. Beide lassen sich über ein MicroUSB-Kabel an einen Computer oder ein mobiles Endgerät anschließen. Von hier aus können nun ebenfalls Geldtransfers getätigt werden. Auch wenn die Bedienung einer solchen Hardware für Einsteiger zunächst kompliziert scheint, ist eine solche bei näherer Betrachtung ebenfalls leicht zu handhaben.

Kategorisch abraten können wir von einem Kauf einer gebrauchten Hardware-Wallet. Diese könnte mit Schadsoftware manipuliert sein. Merke: Hardware-Wallets immer direkt beim Hersteller erwerben.

 

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