Vorverkauf von HTCs Blockchain-Smartphone startet, erhältlich nur gegen BTC und ETH

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HTC veröffentlicht Krypto-Smartphone. | © Depositphotos
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HTC hat das Blockchain-Smartphone Exodus 1 vorgestellt, welches über eine vorinstallierte Kryptowallet verfügt. Das Produkt ist im Vorverkauf für umgerechnet rund 840 Euro erhältlich, kann allerdings nur per Bitcoin oder Ether gekauft werden.

Der taiwanesische Techkonzern HTC hat sein erstes Blockchain-Smartphone vorgestellt, das Exodus 1. Das im Mai angekündigte Gerät wurde von Phil Chen, dem Decentralized Chief Officer des Unternehmens, auf dem Web3 Summit in Berlin präsentiert. Ziel der Konferenz vom 22. bis 24. Oktober ist es, „ein voll funktionsfähiges und benutzerfreundliches dezentrales Web zu ermöglichen“.

Eingebaute Wallet

Das Exodus 1 verfügt über eine eigene Kryptowallet namens Zion. Diese ist aus Sicherheitsgründen vom Android-Betriebssystem des restlichen Smartphones getrennt. Wie Chen dem Sender CNBC mitteilte, sei Googles Android „fundamental unsicher mit einem zentralisierten System“. Daher würden die Private Keys in einer Art parallelem „Micro-Betriebssystem“ aufbewahrt.

Damit geht HTC nicht ganz so weit wie Konkurrent Sirin Labs, dessen Blockchain-Smartphone Finney sogar über eine Cold Storage Wallet verfügen soll. Bei einer solchen wird Digitalgeld völlig vom Internet getrennt gelagert. Das Finney soll am 28. November veröffentlicht werden.

Durch den Besitz ihrer eigenen Keys sollen die Nutzer des Exodus 1 wieder selbst die Kontrolle über ihre Daten und ihre Identität erhalten. Ein altbekanntes Problem dabei besteht darin, dass man seine Schlüssel verlieren könnte,  etwa wenn das Smartphone gestohlen wird. Dafür hat HTC die sogenannte „Soziale Schlüssel-Wiederherstellung“ eingeführt, dank der man seine Wallet durch „eine ausgewählte Anzahl an vertrauenswürdigen Kontakten“ zurückerlangen kann.

Nur gegen Bitcoin oder Ether erhältlich

Das Exodus 1 ist nun in 34 Staaten vorbestellbar und soll im Dezember geliefert werden. Neben europäischen Ländern ist es auch z.B. in den USA oder Singapur erhältlich. In der Volksrepublik China wird das Smartphone allerdings nicht verfügbar sein. Die dortige Regierung ist für ihr hartes Vorgehen gegen Kryptowährungen bekannt.

Revolutionärerweise wird man das Exodus 1 nur unter Verwendung von Bitcoin (BTC) und Ether (ETH), der beiden nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährungen, kaufen können. Mit einem Preis von 0,15 BTC bzw. 4,78 ETH (aktuell etwa 840 €) ist das Smartphone fast ebenso teuer wie Apples neues iPhone XR.

Chen erklärte das Verkaufsmodell folgendermaßen: „Dass wir nur in Krypto verkaufen und dabei die ersten sind, bedeutet, dass wir das [Produkt] direkt zur Kernkundschaft bringen, die das Gerät will – der Blockchain-Gemeinde“. Wie t3n berichtet, äußerte Chen sich auch optimistisch, dass das Blockchain-Smartphone künftig mit dem Lightning Network kompatibel sein wird. Er betonte: „Mit Exodus freuen wir uns, die zugrundeliegenden Protokolle wie Bitcoin, Lightning Network, Ethereum, Dfinity und mehr zu unterstützen“.

Schon im Jahr 2008 war HTC einen für die Handy-Industrie wegweisenden Schritt gegangen und hatte mit dem HTC Dream das erste kommerzielle Android-Smartphone auf den Markt gebracht. Aktuell steckt das Unternehmen allerdings in der Krise und musste im Juli 1.500 Mitarbeiter entlassen. Das Exodus 1 könnte zum Befreiungsschlag werden.

Ist der ausschließliche Verkauf gegen Kryptowährungen ein genialer Schachzug von HTC oder entgehen dem Hersteller dadurch zahlreiche potentielle Kunden? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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