Verwirrung in Venezuela: Ämter nehmen nur noch Petro, offizielle Einführung steht aber noch aus

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Künftig müssen Reisepässe mit Petro bezahlt werden. | © Depositphotos
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Delcy Rodriguez, der Vizepräsident Venezuelas, hat am Freitag in einer Pressekonferenz angekündigt, dass die Neuausstellung von Pässen nur noch gegen Bezahlung in Petro, der staatlichen Kryptowährung, erfolgt. Allerdings wird diese erst im November offiziell eingeführt. Viele Unklarheiten bleiben.

In Venezuela werden zunehmend Anstrengungen unternommen den Souveränen Bolívar als Nationalwährung mit dem Petro (PTR), der nationalen Kryptowährung, zu ersetzen. Der venezolanische Vizepräsident Delcy Rodriguez gab am Freitag in einer Pressekonferenz in Caracas bekannt, dass Passgebühren ab Montag, dem 8. Oktober, nur noch in Petro bezahlt werden können.

Der Vorstoß kommt kurz vor der offiziellen Einführung des Petro im November. Zwar ist das ICO bereits abgeschlossen und die Token sind ausgegeben, allerdings ist der PTR noch längst nicht als Zahlungsmittel in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Und obwohl laut Bloomberg täglich etwa 5.000 Menschen aus dem lateinamerikanischen Land fliehen, werden im gleichen Atemzuge auch die Gebühren für die Passanträge angehoben. Ein neuer Pass kostet nun zwei Petro und für eine Passverlängerung wird ein Petro in Rechnung gestellt. Wir erinnern uns, dass ein Petro dem Wert eines ganzen Fasses Erdöl entspricht.

Wie Bloomberg berichtet, entspricht der monatlicher Mindestlohn in dem inflationsgebeutelten Land aktuell etwa 1.800 Bolívar, etwa einem Viertel der Gebühr für einen neuen Pass. Für venezolanische Staatsbürger, die sich im Ausland befinden, werden 200 US-Dollar (174€) für einen neuen Pass und 100 US-Dollar (87€) für einen Passverlängerung verlangt.

Zum Vergleich: Ab dem 25. Lebensjahr kostet ein Reisepass in Deutschland mit 92 Euro nur etwa die Hälfte. Und das bei etwas doppelt so hohen Lebenserhaltungskosten.

Damit bringt Präsident Nicolas Maduro seine Krypto-Nationalwährung schon vor der offiziellen Einführung in Verruf. Eigentlich war Sinn und Zweck des Währungswechsels die Aussicht, mithilfe der dezentralen Blockchain-Technologie internationale Kapitalkontrollen und damit amerikanische Sanktionen zu umgehen.

Der Petro ist wiederholt in den Fokus von Kritikern gelangt. Vergangene Woche berichtete der Coin Kurier, dass das Whitepaper des Petro nochmal komplett umgeschrieben wurde und Teile dreist von Dash kopiert wurden. Neben dem Ölvorkommen des Landes soll der Petro nun außerdem auch von Edelmetallen wie Gold und Silber gedeckt werden. Nähere Details zur Umsetzung sind bislang nicht bekannt.

Glaubst Du der Petro kann die venezolanische Wirtschaft wieder auf Vordermann bringen, oder ist das Projekt zum Scheitern verurteilt? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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