Trump-Wahlkampfstratege Steve Bannon will Populisten-Coin herausbringen

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Stephen Bannon will Utility-Token herausbringen | © Gettyimages
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Steve Bannon, ehemaliger Berater von US-Präsident Trump, hat auf einer Investoren-Konferenz in New York über Kryptowährungen gesprochen. Er sagt ihnen eine große Zukunft voraus und arbeite momentan selbst an eigenen Tokens, um populistische Bewegungen weltweit zu unterstützen.

Besonders zu Beginn der Trump-Präsidentschaft galt er als eine der einflussreichsten Figuren im Weißen Haus. Steve Bannon leitete die rechtspopulistische Nachrichtenseite Breitbart News seit dem Tod des Gründers Andrew Breitbart 2012 bis zum Sommer 2016. Dann wurde er Wahlkampfleiter der Präsidentschaftskampagne von Donald Trump und bei dessen Amtsantritt im Januar 2017, Chefstratege im Weißen Haus.

Allerdings schien Bannon auf diesem Posten weniger bewirken zu können, als seine Anhänger gehofft und seine Gegner befürchtet hatten. Schon nach wenigen Monaten entließ Trump ihn wieder, worauf Bannon vorübergehend zu Breitbart zurückkehrte. Nach einer Kontroverse um das „Enthüllungsbuch“ Fire and Fury, musste Bannon auch dort seinen Hut nehmen.

Neue Karriere in der Krypto-Branche?

Der 64-jährige scheint sich aber noch lange nicht zur Ruhe setzen zu wollen. Auf der Investoren-Konferenz Delivering Alpha in New York erklärte er jüngst, an mehreren Nutzungs-Tokens zu arbeiten. Diese könnten weltweit populistische Bewegungen unterstützen.

Bannon sprach in hohen Tönen von der Blockchain-Technologie und ihren Möglichkeiten. Er selbst halte Bitcoin. Viele Investoren hätten allerdings Geld in schlecht durchdachten Coins verloren. Deswegen wolle Bannon bei seinem eigenen Projekt nichts überstürzen und besonders auf Qualität achten.

Erfahrung und Kenntnisse sind vorhanden

Natürlich ist die Frage berechtigt, ob die Welt einen „Populisten-Coin“ braucht. Es wäre allerdings ein Fehler anzunehmen, dass hier ein Prominenter ohne Ahnung von der Materie auf den Krypto-Hype aufspringen will.

Bannon hat eine Vergangenheit als Finanzunternehmer. Nachdem er in den 1980er Jahren bei der Kaderschmiede Goldman-Sachs Erfahrung gesammelt hatte, gründete er 1990 sein eigenes Investment-Unternehmen Bannon & Co.

Auch interessierte er sich für digitale Währungen, noch bevor das Bitcoin-Whitepaper überhaupt geschrieben war. Im Jahr 2006 versuchte er, aus dem In-Game-Gold von World of Warcraft (WoW) Profit zu schlagen. Allerdings zahlte sich die Investition in „Gold-Farming“ nicht aus. Das Geschäftsmodell, von Chinesen für einen Hungerlohn gesammelte Spiel-Punkte an zahlungswillige westliche Zocker zu verhökern, wurde vom WoW-Entwickler Blizzard kurz darauf unterbunden.

Timothy Lewis, Mitgründer des auf Kryptowährungen spezialisierten Ikigai Hedge Fund, zeigte sich von Bannons Kenntnissen beeindruckt. Die beiden hatten sich über ICOs und deren rechtliche Rahmenbedingungen unterhalten. Der ehemalige Trump-Berater habe „seine Hausaufgaben gemacht“.

Wie würde sich Bannons Projekt auf die politische Situation in Amerika und weltweit auswirken? Oder handelt es sich sowieso um leeres Gerede? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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