Sind ICOs noch zu retten? Vorschläge für einen Neuanfang

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Ist der ICO-Markt tot? | © World Winners Network
⏱ Lesezeit: 4 Minuten

Jeder Krypto-Enthusiast ist sich des ICO-Hypes der vergangenen zwei Jahre im Klaren. Das World Winners Network stellt in diesem Artikel vor, woran ICOs kranken und was es zu tun gilt, um dem ICO-Markt wieder einen guten Ruf zu verpassen.

Jeder Leser weiß um den ICO-Hype. Die neuartige Fundraising-Methode hatte zum Ziel den Finanzmarkt grundlegend umzukrempeln, wurde aber leider von vielen Blockchain-„Entwicklern“ schamlos dazu genutzt, sich die Taschen zu füllen.

Um wirklich ergründen zu können, ob ICOs nach wie vor eine gute Investitionsmöglichkeit darstellen, muss zu aller erst deren bisherige Historie näher in Augenschein genommen werden. Man muss sich fragen, was schief gelaufen ist, dass es Betrügern die sich als Entwickler der nächsten revolutionären Idee ausgaben, gelang mit minimalem Aufwand riesige Gewinne zu erzielen. Um hier nachhaltig Akzente setzen zu können, muss ein echter Wandel her.

Der Anfang

Anfangs gab es im Blockchain-Ökosystem tatsächlich vorrangig gute Projekte mit talentierten und engagierten Teams von Visionären, die daran interessiert waren Blockchain-Produkte der nächsten Generation zu entwickeln. Diese Projekte waren nur sehr kleinen Gemeinschaften, technisch versierter Computerwissenschaftler vorbehalten.

In den Folgejahren tauchten dann weitere Projekte auf und auch das Publikum erfuhr ein exponentielles Wachstum. Webseiten und Foren wie etwa Bitcointalk wurden nun nur noch sekundär genutzt. Viele Projekte bewarben ihre „Erfindungen“ nun auch über Social-Media-Kanäle um den Investoren-Pool zu vergrößern.

Die Entwicklung

Natürlich war der nächste Schritt, Influencer mit ins Spiel zu holen, und es dauerte nicht lange, bis ICOs auch von wenig sachkundigen YouTubern, Instagramern etc. beworben wurden. Diese Marktteilnehmer haben dem Markt nachhaltigen Schaden zugefügt und eine Technologie mit ursprünglich großem Potenzial einen schlechten Namen verpasst.

Den frühen ICO-Investoren gelang es einen hohen ROI (Return on Investment) zu erzielen. Nachzügler bekamen Wind davon und gerieten in FOMO-Modus (Fear of Missing Out). Selbst ernannte Online-Hustler begannen nun damit, ausgefallene Websites und Whitepaper zu erstellen, diese über das ganze Web zu vermarkten und leichtsinnige Investoren um viele Millionen zu erleichern. In vielen Fällen wurde nicht einmal ein Produkt entwickelt. Google und Facebook wurden auf die Betrügereien im ICO-Markt aufmerksam und verboten ICO-Anzeigen kurzerhand komplett von ihren Plattformen.

Da ICOs in den meisten Fällen ohne bestehendes Produkt gestartet werden, scheitert der Großteil krachend. Entwickler, die keine Ahnung von Tokenomics besitzen, Marketer, die Produkte für ICOs erstellen und Betrüger haben hier eine, nunja, „großartige Arbeit“ geleistet. Leider fallen ungefähr 95% der ICOs unter diese Rubrik. Kein Wunder, dass die meisten Leute nichts mehr von ICO’s hören wollen.

Wer hat Schuld daran?

Leider kann man nicht nur den Betrügern die Schuld in die Schuhe schieben. Denn niemand hat die Investoren gezwungen „Sh*tcoins“ zu erwerben. All jene, die glauben, schnell reich werden zu können ohne sich umfassen über Kryptographie und Blockchain-Technologie zu informieren, sind selbsredend ein Stück weit mitverantwortlich.

Die Realität

Die meisten Menschen werden nun einmal von Gier und FOMO angetrieben. Wenn es um neue Möglichkeiten geht, Geld zu verdienen, funktioniert die Greater Fool Theorie leider immer wieder.

Wer eine ICO-Webseite besucht, sollte sich erst einmal über die Tokenzahl, den Preis pro Token, das Whitepaper, das Team hinter dem Projekt und die allgemeine Aufmachung informieren. Wer das nicht tut, ist selbst schuld.

Außerdem sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass viele Projekte einen willkürlichen Tokenpreis festlegen und die realisierten Gewinne direkt in weiteres Marketing investieren. Nach dem ICO listen sie die Tokens direkt auf einer Exchange und beginnen dann erst – wenn überhaupt – das Produkt zu bauen.

Die einzige Möglichkeit für Investoren ihr Geld zurück zu bekommen ist, wenn die Soft Cap nicht erreicht wird. Die Teams wissen natürlich darum und kaufen daher in vielen Fällen mit dem Geld welches sie durch den bisherigen Token-Verkauf generiert haben, die restlichen Tokens. Die Soft Cap wird durch diese fadenscheinige Methode ad absurdum geführt.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass Tokens auf Exchanges gehandelt werden können, bevor sie überhaupt im realen Leben eingesetzt werden können.

In den allermeisten Fällen werden Anleger geschädigt zurückgelassen, da der Preis nach der Listung meist sehr stark einbricht. Er ergibt sich nämlich ausschließlich aus der Nachfrage – der Listungspreis spielt keine Rolle.

Sind ICOs tot?

Nicht zwingend.

ICOs sind nämlich tatsächlich eine revolutionäre Fundraising-Methode und für Entwickler ein guter Weg schnell Geld einzusammeln. Dieses Modell kann aber nur funktionieren, wenn Blockchain-Entwickler eigeninitiativ darum bemüht sind Investoren zu schützen.

Grundlegend gilt:

  • Entwickler sollten sich auf Projekte konzentrieren, die reale Anwendungsfälle haben und transparent operieren.
  • Die Anleger sollten nicht vorschnell investieren, sondern mehr Zeit in ausführliche Recherche stecken. Wer Entscheidungen auf Grundlage von Emotionen fällt, scheitert in den meisten Fällen.

Daher einige kleinere, aber wichtige Änderungen, die vorgenommen werden können, um ICOs für Investoren wieder attraktiv zu machen:

  1. Kapital sollte in Etappen erhoben werden und es sollte glasklar sein, wofür die Mittel verwandt werden (Entwicklung, Marketing, Recht usw.). Nach Abschluss jeder Phase muss ein Großteil des eingesammelten Betrags in Entwicklung und Ergebnisse investiert werden, bevor die nächste Fundraising-Phase beginnt.
  2. Projekten, die ohne MVP (Minimum Viable Product) starten, sollte kein hoher Wert beigemessen werden, denn hier ist ein Investment reine Spekulation. Je weiter die Entwicklung vorangeschritten ist, desto wertvoller sollte der Token bemessen werden – eine einfache Gleichung. Die großen Boni für frühe Investoren sind nur ein billiger Marketingtrick. Sinnvoller ist es, wenn man gleich ehrlich mit den Investoren ist und sagt, dass der Token-Preis mit jeder Stufe steigt.
  3. Zum Schutz von Investoren sollten Tokens erst an Exchanges gelistet werden, wenn sie auch über ein funktionales Produkt verfügen. Die Haltedauer kann sich dadurch auf 12 bis 18 Monate erhöhen, wird dafür aber die Zufriedenheit der Anleger mit sich bringen.

Dieses Verfahren reduziert die Wahrscheinlichkeit eines ICO-Scams enorm. Das Einsammeln in Stufen und die zweckgebundene Verwendung der Mittel wirkt wie ein Treuhandkonto.

Ein gutes Beispiel hierfür stellt die Winto Token Sale Kampagne dar, welche erst kürzlich gestartet ist.

Disclaimer: Hierbei handelt es sich um einen gesponserten Artikel vom World Winners Network.

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