Ross Ulbricht twittert jetzt aus Gefängiszelle

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Ross Ulbrichts Twitter-Account | © Ross Ulbrichts Twitter-Account
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Ross Ulbricht, Gründer der Dark Net-Handelsplattform Silk Road, hat seit Donnerstag letzter Woche einen eigenen Twitter Account. Und das obwohl er aller Voraussicht nach für den Rest seinen Lebens im Gefängnis sitzt. Ein direkter Zugang zu dem Kurznachrichtendienst bleibt ihm zwar verwehrt, aber das scheint Ulbricht nicht davon abzuhalten sich im Netz ein Sprachrohr zu schaffen. Auf dem Account @RealRossU werden Nachrichten abgetippt, die der 34-jährige handschriftlich seinen Besuchern übergibt.

Trotz zahlreicher Versuche seiner Unterstützer das Urteil vom Mai 2015 anzufechten, sieht die Lage für Ross Ulbricht düster aus. Der Gründer des Internetportals Silk Road, das hauptsächlich für den Verkauf von Drogen genutzt wurde, wurde zu zweimal lebenslänglich zuzüglich 40 Jahren Haft verurteilt – ohne Chance auf verfrühte Entlassung. Auf Silk Road konnte ausschließlich mit Bitcoins bezahlt werden.

Während Unterstützer von Ulbricht noch auf ein Wunder hoffen, bzw. aktiv darauf hinarbeiten, wie in etwa mit einer kürzlich gestarteten Petition die auf dessen Freilassung hinwirken soll, hat der Silk Road-Gründer vor einer Woche das Twittern für sich entdeckt. Einen Zugang zu einem Smartphone hat Ulbricht nicht. Daher notiert er seinen Besuchern handschriftlich Nachrichten, die diese dann auf seinem Twitter-Account verbreiten.

Am Donnerstag letzter Woche begann er sein neues digitales Leben mit einer Danksagung, die er an seine unerbittlichen Unterstützer richtete: „Ich hoffe, dass ich hier meiner Stimme Ausdruck verleihen kann, nach all den Jahren der Stille. Es war eine merkwürdige Reise, aber ich bin so dankbar für die Liebe und Unterstützung von euch allen und dass ihr mir im Laufe dieser harten Jahre den Rücken gestärkt habt. Ihr gebt mir Stärke.“

Die offizielle Unterstützer-Seite von Ulbricht freeross.org hat eine handschriftliche Notiz des 34-jährigen hochgeladen, um die Authentizität des Accounts zu verifizieren. Darin bekundet er „Das ist mein erster Besuch auf Twitter, ich bin mir also noch nicht ganz sicher, über was ich tweeten soll. Ich denke, dass werden wir gemeinsam herausfinden.“ Zum Schluss fügt er noch hinzu „Danke für eure Unterstützung und dass ihr mir im Kampf um die Freiheit zur Seite steht.“

Ross Ulbricht notiert seine Tweets handschriftlich und übergibt sie seinen Besuchern | © freeross.org

Ross Ulbricht sitzt in einem Hochsicherheitsgefängnis in Colorado. Sein Urteil gilt als besonders drastisch. Aufgrund des Erfolges seiner Plattform wird er wie ein hochgradiger Drogenbaron behandelt. Ulbrichts Bitte an die Richterin, ihm ein „Licht am Ende des Tunnels zu lassen“, wurde damals nicht berücksichtigt. Man wollte an ihm wohl ein Exempel statuieren.

@RealRossU hat bereits über 13.000 Folger. Darunter auch Charlee Lee, der Gründer von Litecoin und viele andere Blockchain-Koryphäen. Entmutigung lässt sich aus keinem seiner Tweets herauslesen. Er zeigt sich sogar amüsiert darüber, dass man ihm die Kommentare auf seine Tweets ausdrucken und schicken kann. Sogar einen lachenden Smiley fügt er (bzw. der Verwalter seines Twitter-Accounts) hinzu.

In einem weiteren Tweet teilt er auch seinen Trainingsplan mit.

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