Finnische Exchange erklärt, Ripple (XRP) sei keine Kryptowährung, aber listet XRP trotzdem

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Die finnische Exchange Coinmotion hat Ripple (XRP) zum Handel angeboten. Gleichzeitig verkündete die Kryptobörse, XRP sei gar keine richtige Kryptowährung und zudem stark zentralisiert.

Ripple (XRP) gehört zu den umstrittensten Digitalwährungen. Während Kritiker besonders die Nähe des Unternehmens Ripple (vormals Ripple Labs) zu Banken ankreiden und das gesamte Ripple Netzwerk als zu zentralisiert bezeichnen, verfügt der XRP-Token auch über eine lautstarke Anhängerschaft, die ihn gegen jede Kritik verteidigt.

Kürzlich hat die in Finnland ansässige Exchange Coinmotion den Handel mit XRP aufgenommen, nachdem dort zuvor nur Bitcoin (BTC), Litecoin (LTC) und Ethereum (ETH) gelistet waren. Jedoch veröffentlichte die Kryptobörse auch einen Blogartikel, der sich kritisch mit Ripple auseinandersetzt.

XRP angeblich keine Kryptowährung

Die wohl provokanteste These dieses Textes besagt, dass XRP gar keine Kryptowährung sei. Zwar habe der Coin einen offenen Quellcode und erlaube Peer to Peer-Handel wie Bitcoin, allerdings unterscheide er sich dadurch von Kryptowährungen, dass er nicht auf der Blockchain beruhe, nicht geschürft werde und stark zentralisiert sei.

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Die Exchange führt weiterhin aus, dass von den knapp 100 Milliarden existierenden XRP ganze 61 Prozent der Firma Ripple gehören und sich nur 39 Prozent auf dem freien Markt befänden. Kürzlich hatte das Krypto-Startup Messari sogar erklärt, dass von jenen 39 Prozent knapp die Hälfte nicht frei zirkulieren könne. Zu Ripples Verteidigung sei allerdings angemerkt, dass die meisten XRP des Unternehmens in einem Treuhandkonto (Escrow) lagern und damit von der Firma Ripple auch nicht manipulativ eingesetzt werden können.

Mögliche Vorteile durch Zentralisierung

Coinmotion äußerte nicht nur Kritik an XRP. Es könne sogar von Vorteil sein, dass Ripple ein zentralisiertes System und eher auf Institutionen als auf Individuen ausgerichtet sei. Möglicherweise würden sich eher konservativ eingestellte Banken von dezentralen Systemen abgeschreckt fühlen und lieber mit Ripple zusammenarbeiten wollen.

Auch handele es sich bei Ripple nicht um einen Konkurrenten zu Bitcoin (BTC), da beide unterschiedliche Ziele verfolgten. Ripple könne sogar BTC unterstützen, indem es für mehr Liquidität sorgen würde, so der Blog-Artikel.

Coinmotion rät seinen Kunden weiterhin eindringlich, eigene Untersuchungen zu XRP anzustellen, bevor sie den Coin tatsächlich kaufen. Der Text endet mit folgendem Satz: „Gleichwohl, da Sie, unser lieber Kunde, darum gebeten haben, haben wir Ihnen die Möglichkeit angeboten, XRP auf Coinmotion zu kaufen und zu verkaufen.“ Es klingt, als wolle die Exchange schon mal im Vorhinein die Verantwortung für die Listung von XRP von sich weisen.

Kommentar widerspricht Coinmotion

Wie zu erwarten war, tauchte auch bald ein XRP-Anhänger auf, der auf der Coinmotion-Seite unter dem Namen „Brainfart“ einen Kommentar schrieb und darin die Exchange des Lügens bezichtigte. Einerseits habe der Artikel das XRP Ledger und das Ripple Network miteinander vermengt. Andererseits sei Ripple keineswegs zentralisiert. Und dies seien nur die größten Unwahrheiten gewesen.

Brainfart berief sich dabei auf Aussagen des Ripple-CEOs Brad Garlinghouse. Dieser hatte 2017 erklärt, dass XRP weiterhin funktionieren würde, selbst wenn das Unternehmen Ripple verschwinden sollte. Damit sei das wichtigste Kriterium für Dezentralität gegeben.

Ist XRP in Deinen Augen eine echte Kryptowährung? Schreib uns Deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

© Bild via Depositphotos

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