Ripple – eine Analyse

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Wenn Bitcoin das Kryptogeld für den kleinen Mann ist, ist Ripple das Kryptogeld für die Banken. Ripple will die Blockchain-Technologie dazu nutzen, um das Bankenwesen innovativer zu gestalten. Mithilfe von Ripple sollen alle objektiv bemessbaren Werteinheiten innerhalb von Sekunden unter Finanzinstituten und Banken ausgetauscht werden können.

Ripple (XRP) ist eine Firma, welche die Kryptographie dazu nutzen will, um Banken und Finanzinstituten den Weg zu schnelleren und günstigeren Transaktionen zu bahnen. Während in fast allen Bereichen moderne Technologie dazu beigetragen hat, dass Prozesse die ehemals eine lange Arbeitszeit erfordert haben, plötzlich augenblicklich vollführt werden können, kann ein einfacher internationaler Geldtransfer teilweise Tage dauern. Hier will Ripple als Mittler auftreten und Geldbewegungen sicher und verlässlich beschleunigen.

Rang: 3

Marktkapitalisierung: $23.346.025.858

Empfohlene Wallet: Ledger Nano S 

Ripples Mission

Ripple hat sich zum Ziel gesetzt den globalen Verkehr von Geldmitteln und Wertpapieren zu vereinfachen. Heutzutage werden Organisationen wie Swift dazu genutzt, um Geldbewegungen zwischen Banken mittels Schuldscheinen zu regeln. Die dahinter stehende Bürokratie könnte vollständig wegfallen, wenn ein sicherer Mittler existieren würde. Hier kommt Ripples Kryptowährung XRP ins Spiel.

Zur Zeit werden internationale Geldtransfers über Firmen wie Paypal abgewickelt, die hohe Gebühren für ihre Dienste einstreichen. Grund dafür ist vor allem die groß angelegte Bürokratie dahinter. So können für einen Währungswechsel schon mal gut und gerne 3% Gebühren anfallen. Hinzu kommen nun noch die langen Wartezeiten. Wer über Paypal und ähnliche Dienstleistungen Geld ins Ausland versendet, kann auch mal mit einer mehrstündigen Bearbeitungszeit rechnen. Ist der Dienstleister überlastet, kann es sogar vorkommen, dass mehrere Tage auf eine erfolgreiche Transaktion gewartet werden kann.

Vereinfacht funktioniert Ripple wie folgt: Wenn Tobias aus den USA Lukas aus Deutschland 500 Dollar überweisen möchte, geht er zu einem Finanzinstitut, welches eine Partnerschaft mit Ripple eingegangen ist. Dort reicht Tobias nun sein Geld ein und bittet das Institut darum sein Geld zu Lukas’ Bank zu schicken und in Euro zu transferieren. Die amerikanische Bank verschickt nun XRP im Wert von 500 Dollar an das deutsche Finanzinstitut, welches dann Lukas wiederum das Äquivalent in Euro auszahlt.

Die Kryptowährung XRP dient somit den Finanzinstituten als verlässlicher Mittler bei einem Währungswechsel. Der teure und langwierige Geldtransfer von Dollar zu Euro kann somit radikal vergünstigt und verkürzt werden. Dadurch, dass also keine manuellen Transfers mehr nötig sind, fallen gigantische Mengen an Ressourcen weg, wodurch der Preis für diesen Prozess enorm gesenkt wird. Nicht nur die Banken, sondern auch die Endnutzer könnten davon profitieren.

Für den einfachen Investor hat XRP allerdings nur als Anlagemöglichkeit einen Nutzen. Sie erhalten keinen Zugriff auf das Ripple-Netzwerk. Finanzinstitute, Banken und andere mit Geldmitteln und Wertpapieren handelnde Unternehmen können dagegen über Zugänge, sogenannte Gateways, die Ripple-Technologie nutzen. Die Gateways stellen des Pendant zur Blockchain dar. Von einer Blockchain kann hier allerdings nicht die Rede sein, da die Währung XRP von der Firma Ripple zentral herausgegeben wird und nicht geschürft oder über sonstige Verfahren dezentral erzeugt wird. Ähnlich wie bei der Blockchain wird im Ripple-Netzwerk allerdings jede Information, die für die Transaktionen eine Relevanz besitzen, gesichert.

XRP kann aber nicht nur wie im obigen Beispiel Dollar in Euro transferieren, sonder jegliche objektiv messbare Werteinheit ineinander umwandeln. So hätte Peter seiner Bank auch Gold geben können. Das entsprechende Äquivalent in XRP wäre dann dem deutschen Finanzinstitut versandt worden und Lukas hätte nach Wunsch anstatt in Euro auch in Bitcoin ausbezahlt werden können.

XRP ermöglicht also, den Weg von Gold zu Bitcoin radikal zu verkürzen. Im traditionellen Bankensystem wäre Gold etwa zunächst in Dollar, dann Dollar in Euro und Euro wieder in Bitcoin getauscht worden. Auf dem Weg wären zahlreiche Transaktionskosten angefallen und der Prozess wäre bedeutend zeitintensiver ausgefallen. Ripple schafft hier einen einfachen, verlässlichen und effizenten Weg.

Kritik

Es darf allerdings bei aller Begeisterung für die Technologie hinter Ripple nicht vergessen werden, dass der Coin die ursprüngliche Vision des Bitcoin konterkariert. So wurde der Bitcoin geschaffen um eine Alternative zum traditionellen Bankensystem zu bieten – manche gehen sogar soweit zu sagen, dass der Bitcoin die konventionellen Banken abschaffen sollte. Nun wird aber die effiziente Technologie der Kryptowährungen dazu verwandt, um dem Bankensystem eine helfende Hand zu reichen. Kritiker befürchten, dass man durch die Kreation der XRP-Währung ein sterbendes System wieder konkurrenzfähig gemacht hat.

Ripple Labs – die Firma hinter XRP – hat bereits erfolgreiche Arbeitsverträge mit renommierten Banken wie Banco Santander und American Express ausgehandelt. Eine Entwicklung, die bei frühen Investoren für Begeisterung und bei Kritikern für Empörung gesorgt hat.

Der CEO von Ripple, Brad Garlinghouse, hält der Kritik entgegen, dass XRP allerdings mitnichten zentralisiert sei. Die Währung würde auch ohne Ripple Labs noch funktionieren. In der Tat baut XRP ebenso wie andere Kryptowährungen auf Nodes, nur werden viele davon zur Zeit noch von Ripple selbst betrieben. In Zukunft, so Garlinghouse, sollen allerdings auch diese von solche Nodes abgelöst werden, die von Dritten geführt werden.

Die Motivation Kryptographie und damit die Technologie der Blockchain für konventionelle Finanzinstitute fruchtbar zu machen, bleibt allerdings fragwürdig. Das mag wahrscheinlich der Grund sein, weshalb Ripple von einem Großteil der Krypto-Enthusiasten zunehmend kritisch beäugt wird.

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