QuadrigaCX: Starb der CEO oder steckt ein spektakulärer Exit Scam dahinter?

06.02.2019 13:13 229 mal gelesen Lesezeit: 2 Minuten 0 Kommentare

Die offizielle Geschichte lautet wie folgt: Der CEO der kanadischen Exchange QuadrigaCX ist auf einer Indienreise verstorben und zog mit sich Kundenguthaben im Wert von €166 Millionen ins Grab. Analysten tippen mittlerweile aber eher auf einen spektakulären Exit Scam. Seit nunmehr einer Woche ist die kanadische Krypto-Börse QuadrigaCX offline. Kunden können Guthaben, welche sie dort geparkt haben, also nicht mehr abheben. CoinDesk zufolge, beläuft sich der Gesamtwert der vermissten Kryptowährungen auf insgesamt €166 Millionen. Der Aufsichtsrat des Unternehmens schreibt in einer Erklärung auf Quadrigas Webseite, dass man die Privaten Schlüssel zu den Guthaben verloren habe.

Wer die Zeitungsberichte der letzten Tage verfolgt hat - auch die Süddeutsche (SZ) und der Spiegel berichteten darüber - wird die kuriose Geschichte hinter QuadrigaCX zumindest am Rande mitbekommen haben. Bei einer Indienreise soll der CEO Gerald Cotten verstorben sein. Angeblich hatte dieser die Kunden-Guthaben in einer Cold Wallet gesichert, zu welcher nur er die Schlüssel besaß. Ergo: Mit seinem Leben soll auch der Zugang zum Geld von insgesamt 115.

000 Kunden erloschen sein. Von dieser Verkettung unglücklicher Umstände erzählte zumindest die Witwe des Exchange-Betreibers dem höchsten kanadischen Gericht der Provinz Nova Scotia am Freitag. Eine Reihe von Krypto-Analysten äußern erhebliche Zweifel an der offiziellen Geschichte und wittern stattdessen einen ausgeklügelten Exit Scam.

Einer Analyse von Zerononcense (auch bekannt unter dem Twitter-Alias "Proof of Research") zufolge, habe QuadrigaCX gar keine Cold Wallets genutzt, deren Schlüssel hätten verloren gehen können. Das lege zumindest die Analyse von 31 Bitcoin-Adressen der Exchange nahe.

QuadrigaCX hatte keine Cold Wallets

Proof of Research zweifelt die Schilderung der Witwe an und bemerkt: "Auf Basis der Analyse von Dutzenden aggregierten Wallet-Adressen und Transaktions-IDs, existiert keinerlei Beweis dafür, dass aktuell eine Cold Wallet von QuadrigaCX genutzt wird." Bereits am 4. Februar stellte der CEO von MyCrypto fest, dass QuadrigaCX zu keinem Zeitpunkt Ether in Cold Wallets gesichert hätte. Das ließe sich seiner Einschätzung nach relativ sicher sagen, wenn man die drei von der Börse genutzten Ethereum-Adressen einer näheren Untersuchung unterziehe. Auch Kraken-CEO äußerte seine Zweifel an der offiziellen Lesart der Geschichte: https://twitter.

com/jespow/status/1091863628066770944

Weitere Transaktionen von QuadrigaCX-Wallets registriert

Damit aber noch nicht genug. Wie Proof of Research und zahlreiche Reddit- sowie Twitter-Nutzer feststellten, waren einige der QuadrigaCX-Adressen auch nach dem Tod des CEOs weiterhin aktiv. Wenn Cotten, so wie seine Witwe erklärte, "die volle Kontrolle" über die Firmen-Wallets besäße, sollte nach seinem Tod logischerweise auch jede Aktivität verstummen. Image
33.41.png" alt="Image" width="1662" height="1060" /> Der Bericht folgert, dass die Guthaben über viele Monate hinweg liquidiert worden wären. Reserven hätte es nie gegeben. Nach dem Vorbild einiger Pyramidensysteme, wären Ausgaben immer durch neue Kundeneinzahlungen finanziert worden.

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Zusammenfassung des Artikels

Der CEO der kanadischen Krypto-Börse QuadrigaCX ist angeblich während einer Indienreise verstorben und hat angeblich den Zugang zu Kundenguthaben im Wert von 166 Millionen Dollar mitgenommen. Einige Krypto-Analysten bezweifeln jedoch die offizielle Geschichte und vermuten einen ausgeklügelten Exit Scam.

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