Peter Schiff gegen Erik Voorhees: Ein Bitcoin-Skeptiker stellt sich der Debatte

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Bitcoin-Versteher und Bitcoin-Kritiker bemühen sich um Verständigung | © Stock-Graphics
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Im Rahmen des Soho Forums fand am Montag eine Diskussion zwischen dem Finanzunternehmer und Bitcoin-Skeptiker Peter Schiff und dem Gründer der Krypto-Börse Shapeshift, Erik Voorhees, statt. Es handelte sich um eine formelle Debatte bezüglich folgender These: “Bitcoin oder ähnliche Formen von Kryptowährungen, werden schlussendlich das von Regierungen ausgegebene Fiatgeld als Zahlungsmittel ablösen.“

Wenn Vertreter der alteingesessenen Finanzwirtschaft wie Warren Buffet gegen Bitcoin wettern, wünscht man sich manchmal, sie würden ihre Kritikpunkte öffentlich darlegen und sich einer Debatte mit einem Krypto-Experten stellen. Das ist aber nur selten der Fall.

Bis sich Buffet diesbezüglich einer Debatte stellt, werden wir wohl noch ein Weilchen warten müssen. Derweil scheut Peter Schiff, Gründer von Euro Pacific Capital Inc. und Schiffgold, keine Konfrontation und hat über die Jahre schon in vielen Debatten eine Bitcoin-skeptische Position vertreten. Der Ökonom sieht sowohl Dollar als auch Bitcoin kritisch und wirbt für eine durch Gold gedeckte Währung. Schiff hat sich ein gewisses Ansehen erworben, da er bereits die Finanzkrise des Jahres 2008 kommen sah. Allerdings prognostiziert er auch aktuell immer wieder einen drohenden Finanz-Crash. Eine Position, mit der man irgendwann zwangsläufig Recht behält.

Schiff debattiert mit Shapeshift-Gründer

Am Montag hat Schiff im Rahmen des Soho-Forums mit Erik Voorhees, ebenfalls Gründer mehrerer Unternehmen, debattiert. Bevor er den bekannten Krypto-Handelsplatz Shapeshift gründete, arbeitete er unter anderem an Satoshi Dice, einer beliebten Bitcoin-Glücksspiel-Plattform, die er 2013 für Bitcoins im Wert von über zwölf Millionen Dollar veräußerte.

Einig sind sich beide in der Kritik am aktuellen Fiat-Geldsystem. Allerdings moniert Schiff, dass der Bitcoin im Vergleich zum Gold keinen instrinsischen Wert besitze. Gold sei alleine deshalb wertvoll, weil es in Schmuck und auch elektronischen Bauteilen verarbeitet werden könne. Voorhees widerspricht: Ein intrinsischer Wert an sich existiere gar nicht. Denn hätte der Mensch den Wert von Gold nicht erkannt, läge es bis heute unangetastet unter der Erde. Würde die breite Masse nun ähnlich wie beim Gold den Wert des Bitcoins erkennen, könnte man auch ihm in selben Maße einen intrinsischen Wert zuweisen. Der Wert des Bitcoins liege nämlich nicht in der einzelnen Bitcoin-Einheit, sondern in dem dezentralen, gegen Zensur und Hackerangriffe geschützten Netzwerk als Ganzen.

Schiff kritisiert eine fehlende Begrenzung der Geldmenge von Kryptowährungen. Auch wenn es höchstens 21 Millionen Bitcoins geben möge, so könne doch trotzdem jeder x-beliebige Teilnehmer am System eine Hard-Fork erzwingen oder einfach einen ganz neuen Coin starten. Dadurch sei einer Inflation Tür und Tor geöffnet. Voorhees kontert, dass man vielleicht den Code leicht kopieren könne, die Miner und Nodes allerdings nicht. Und auch diese würden einen Teil des Wertes ausmachen. Der Shapeshift-Gründer untermauert seine These damit, dass ja auch der Altcoin-Boom im Jahre 2017 nicht dazu geführt habe, dass die Marktkapitalisierung des Bitcoins gesunken wäre.

Die Debatte verlief fair und auf einer sachlichen Ebene. Letztendlich konnte Erik Voorhees 55% des Publikums von seiner Position überzeugen, aber auch Peter Schiff hatte gute Argumente. Im Nachgang gingen die beiden noch gemeinsam essen und Voorhees machte Schiff mit der konkreten Nutzung von Bitcoin vertraut.

Die Diskussion hat vor allem aber aufgezeigt, dass ein Gespräche zwischen Krypto-Befürwortern und –Kritikern nicht zwingend in Schlammschlachten ausarten müssen. Mehr solcher Debatten wären zu begrüßen.

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