Oyster (PRL)-Gründer vollzieht Exit-Scam. Exchanges stellen Handel ein

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Oyster Pearl wurde per Exit-Scam ausgeschlachtet. | © Depositphotos
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Der beliebte Altcoin Oyster (PRL) ist einem Exit-Scam zum Opfer gefallen. In unmittelbarem Verdacht steht der Gründer und Programmierer der Digitalwährung. Fast alle Exchanges haben mittlerweile den Handel mit der Währung eingestellt.

Der anonyme Gründer des Altcoins Oyster Pearl (PRL) „Bruno Block“ hat dem jüngsten Medium-Artikel des Oyster Pearl CEOs William Cordes zufolge erfolgreich einen Exit-Scam vollzogen. Das gelang ihm offenbar, indem er die Direktion über einen Smart Contract zurück zu sich transferierte, der es ihm erlaubte den ICO fortzusetzen und neue PRL-Tokens aus dem nichts zu prägen. Insgesamt erzeugte Bruno Block 3 Millionen PRL und verkaufte sie im Anschluss rasch über die Exchange KuCoin.

Blockchain-Entwickler Hagen Hübel warf einen genaueren Blick auf die Code-Zeilen und entdeckte, dass in einem Smart Contract eine Methode namens „transferDirector“ existiert, mithilfe derer ein neuer Direktor benannt werden darf, der dann der neue Besitzer des Smart Contracts ist. Diese Methode durfte nur vom bestehenden Direktor aufgerufen werden (das wurde durch den Modifier „onlyDirectorForce“ geprüft), und das war derjenige, der den SmartContract initial eingesetzt hat, was in diesem Fall der Gründer war. Dass die Exchange welche PRL gelistet haben diese Codezeile nicht entdeckt haben, wirft ein grelles Licht auf sie zurück.

Das Oyster-Team schätzt, dass der Exit-Scam „Bruno“ etwa 300.000 Dollar eingebracht habe, bevor das Oyster-Team KuCoin erfolgreich dazu bewegen konnte, den Handel des PRL-Tokens zu pausieren. Auch weitere Handelsplätze wurden erfolgreich dazu angehalten den Handel mit dem ERC20-Token einzustellen.

Cordes geht davon aus, dass der Exit-Scam bewusst jetzt vollzogen wurde, nachdem KuCoin kürzlich angekündigt hatte am 1. November neue KYC (Know Your Customer)-Richtlinien festzulegen. Diese sollen dafür sorgen, dass anonymen Nutzern nur noch ein Handelsvolumen von 2 BTC oder weniger pro Tag zur Verfügung steht. Die neuen KYC-Prozeduren hätte dem Betrüger die Arbeit erheblich erschwert. Zusätzlich soll „Bruno“ die frisch erzeugten Digitalmünzen veräußert haben, während der Großteil des KuCoin-Teams gerade geschlafen hat.

Der Oyster-CEO betont, dass der Gründer sich seit der Gründung viel Mühe gegeben hat, seine Identität zu schützen, allerdings viele Social Media-Accounts hatte, welche bei den anstehenden Ermittlungen helfen könnten, den Betrüger zu überführen.

PRL hat in den letzten 24 Stunden 62% an Wert verloren, in den letzten Tagen ein starkes Wachstum von mehr als 200% erfahren hatte und am Höchststand $0,26 erreichte. Nun rangiert der Token bei $0,0747, zeigt aber seit einigen Stunden keine Bewegungen mehr, da beinahe jede Exchange den Handel mit PRL pausiert hat.

Cordes betont, dass sich Investoren trotz des Exit-Scams der Sicherheit ihrer PRL-Tokens sicher sein können. Das Team wird laut Cordes aller Wahrscheinlichkeit nach einen Token Swap durchführen, der ab dem Block vor dem Exit-Scam wirksam sein wird. Das bedeutet, dass PRL gegen einen neuen Token eingetauscht wird. Da die gestohlenen Guthaben nur ca. 1,5% der gesamten Marktkapitalisierung entsprechen, wird geglaubt, dass sich das Projekt von dem Schock erholen wird. Wichtig ist, jetzt NIRGENDWO PRL-Tokens erworben werden sollten, da sie nach dem Token-Swap im schlimmsten Falle wertlos sein könnten.

Bei Oyster Pearl handelt es sich um einen Altcoin, der ähnlich wie Siacoin dezentrale Datenspeicherung ermöglichen möchte – eine Dienstleistung, die aktuell noch von zentralisierten Unternehmen wie Google Drive und Dropbox dominiert wird. Oyster möchte die Monetarisierung von Webseiten durch lästige Werbung in Teilen ersetzen. Das soll dadurch gelingen, indem Webseiten einen Code im Backend ihrer Webseite einsetzen, der automatisch einen kleinen Teil der Rechenleistung der CPU und GPU ihrer Besucher abzapft und für die dezentrale Lagerung von Daten nutzt.

Hättest Du einen solchen Exit-Scam bei einem so etablierten Token für möglich gehalten? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

1 Kommentar

  1. […] Dann stieß ich allerdings auf einen Artikel von den Kollegen beim Coinkurier. Die Kurzfassung des Oyster Exit-Scams war, dass der Smart-Contract-Programmierer der Oyster auf der Ethereum-Blockchain als ERC20-Smart-Contract abbildet, mit einem Schalter ausgestattet hat der ihm die Devisen überschreibt. Die Langfassung findet ihr bei den Kollegen hier: Oyster (PRL) – Gründer vollzieht Exit-Scam. […]

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