Monero – eine Analyse

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Die Kryptwährung Monero gewährt vollständige Anonymität bei Geldbewegungen. Das ist der wohl größte Unterschied der Digitalwährung zu Bitcoin, wo alle Transaktionen zurückverfolgt werden können. Monero besticht aber außerdem mit einer Technologie, welche der Zentralisierung des Mining vorbeugen will.

Monero ist eine kryptologische Digitalwährung, die eine Alternative zur bekannten Kryptowährung Bitcoin darstellen möchte und mithilfe innovativer Technologie dessen Unzulänglichkeiten angehen und beseitigen möchte. Transaktionen mit Monero sind nicht zurückverfolgbar und damit vollkommen anonym, womit der Coin zur Kategorie der Privacy Coins (auf Deutsch: Privatsphäre-Coins) gerechnet wird. In dieser hat Monero gelistet nach Marktkapitalisierung derzeit die Nase vorn.

  1. Rang: 14
  2. Marktkapitalisierung: $2.235.891.331

https://coinmarketcap.com/de/currencies/monero/

Empfohlene Wallet

Monero wird weder von Ledger noch von Trezor (den beiden renommiertesten Hardware Wallets) unterstützt.

Empfehlen tue ich daher MyMonero (WebWallet) oder eine der offiziellen Monero Desktop Wallets: https://getmonero.org/downloads/

Geschichte hinter Monero

Monero geht aus dem im Jahre 2012 erfundenen Coin Bytecoin hervor. Bytecoin baute als erster Coin auf dem CryptoNote-Protokoll auf, welches sich vor allem durch die Möglichkeit anonymer und nicht zurückverfolgbarer Transaktionen vom Bitcoin-Protokoll unterscheidet.

Nachdem den Gründern von Bytecoin nachgewiesen werden konnte, dass sie etwa 80% der Coins vorgeschürft, d.h. im Vorhinein sich selbst ausgehändigt haben, wurde die Blockchain geforkt (auf Deutsch: gegabelt) und Bitmonero ging daraus hervor. Bitmonero wurde später zu Monero umbenannt, was Geld auf Esperanto bedeutet.

Schutz der Privatsphäre

Das Bitcoin-Protokoll erlaubt seinen Nutzern lediglich pseudonyme Transaktionen zu tätigen. Zwar muss man nur ein paar Zahlenkombinationen angeben, die anstelle der persönlichen Identifikationsdaten stehen, allerdings sind alle Transaktionen auf der Blockchain offengelegt und für jeden Nutzer mit Zugang zum Internet einsehbar. Gelingt es jemandem eine Adresse mit einer Person zu verknüpfen, kann er alle von dieser Adresse ein- und ausgehenden Geldströme nachvollziehen. Eine vollständige Anonymität ist also nicht garantiert.

Monero hat nun eine Reihe von Mechanismen in sein Protokoll integriert, welche tätsächliche Anonymitiät gewährleisten. Monero nutzt sogenannte Ring-Signaturen um zu garantieren, dass man eine Transaktion nicht an dessen Sender und Empfänger knüpfen kann. Die Idee hinter diesem Mechanismus ist folgende: Will Lisa einen Check an Peter schreiben, muss sie diesen mit einer Signatur versehen und Peters Namen angeben. Würde sie aber ihre Signatur zusammen mit zehn weiteren Signaturen ihrer Freunde auf den Check schreiben und zu Peters Namen ebenfalls zehn weitere hinzufügen, wären Sender und Empfänger nicht mehr eindeutig feststellbar.Nach diesem Prinzip funktionieren auch die Ring-Signaturen. Damit nur Peter aber das von Lisa versandte Geld erhalten kann, erstellt sie einen digitalen Schlüssel, mit dem alleine man Zugang zu dem versandten Geld erhält und lässt diesen Peter zukommen.

Monero ermöglicht nicht nur eine Verschleierung der Daten von Sender und Empfänger, sondern eröffnet auch die Möglichkeit den versandten Betrag unkenntlich zu machen. Dies geschieht über sogenannte Ring Confidential Transactions (auf Deutsch: vertrauliche Ring-Transaktionen).

Um nun noch eine weitere Sicherheitsmaßnahme zu treffen, die gewährleistet, dass Transaktionen nicht mit der Wallet (dem digitalen Aufbewahrungsort von Monero) in Verbindung gebracht werde können, werden Tarnadressen eingesetzt. Tarnadressen sind einmalige Public Keys (das sind die Zahlenfolgen, die das Pseudonym eines Nutzers darstellen), die nach erfolgter Anwendung nicht erneut genutzt werden können und in keinster Weise mit dem dahiner stehenden Public Key in Verbindung gebracht werden können.

Erst die Verschränkung dieser Mechanismen gewährleistet eine wahrhaftige Anonymisierung des Geldverkehrs. Darüber hinaus soll nun Kovri, ein Projekt das auf I2P (Invisible Internet Project) basiert, ermöglichen, dass dem Nutzer nicht einmal nachgewiesen werden kann, dass er überhaupt Monero als Geldmittel genutzt hat. Das wird dadurch garantiert, dass der Internetverkehr der Nutzer unkenntlich gemacht wird, bevor er sich Zugang zu seiner Wallet verschafft.

Dem Nutzer steht aber weiterhin die Möglichkeit offen, seine Geldtransfers transparent offen zu legen. So kann der Nutzer wahlweise vollkommen anonym Geldbewegungen vollführen, oder seine Transaktionen ähnlich wie beim Bitcoin der Öffentlichkeit einsehbar machen.

Gerechteres Mining

Ebenso wie beim Bitcoin, nutzt Monero Proof-of-Work als Konsens-Mechanismus um Transaktionen zu bestätigen. Anstatt 10 Minuten, wird bei Monero allerdings alle 2 Minuten ein Block erstellt und in der Blockchain, dem digitalen Kassenbuch, gespeichert.

Der Hash-Algorithmus SHA256, von dem auch der Bitcoin Gebrauch macht, ist immer wieder in die Kritik geraten, da er auch problemlos von speziellen Mining-Hardwares genutzt werden kann, mit denen Prozessoren einfacher PCs (CPUs) kaum mehr konkurrieren können.

Monero nutzt daher den Hash-Algorithmus CryptoNight, der keine besondere Rechenkapazität benötigt, dafür aber sehr speicherintensiv ist, wodurch eine spezielle Mining-Hardware nur unter enormem Kostenaufwand produziert werden könnte. Das Resultat ist, dass die meisten Schürfer das Mining von ihrem Heimrechner aus betreiben. Das wiederum garantiert eine größere Gleichstellung der Schürfer untereinander und beugt Zentralisierungstendenzen vor.

Details zum Schürfen von XMR

Bis 2022 sollen 18,4 Millionen XMR geschürft werden. Im Anschluss werden pro Minute 0,3 XMR an die Schürfer herausgegeben um einen Ersatz für verloren gegangene Coins zu schaffen und gleichzeitig zu gewährleisten, dass Schürfer nicht nur mit Transaktionskosten bezahlt werden.

Beliebige Austauschbarkeit der Coins

Bitcoins können bis zu ihrer Schürfung nachvollzogen werden. Daraus resultiert, dass auch aufgespürt werden kann, welche Coins z.B. für eine kriminelle Aktivität genutzt wurden. Manchen Händlern sind solche „beschmutzten“ Coins weniger Wert als „saubere“ Coins, denen eine unbefleckte Transaktionsgeschichte nachgewiesen werden kann. Durch die vollständige Anonymisierung von Monero, sind die Coins beliebig austauschbar. Ihnen heftet also keine Historie an, die den Wert der Coins mindern könnten.

Schlussfolgerung

Monero ist eine interessante Alternative zum Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Als Privacy Coin wird Monero vor allem von Nutzern geschätzt, denen pseudonyme Geldbewegungen nicht genügen, sondern die noch eine (oder drei) Extraschichten Sicherheit genießen wollen.

Zur Zeit ist Monero der beliebteste Privacy Coin und sticht damit gerechnet nach Marktkapitalisierung Dash, Zcash und Verge aus. Welcher Coin sich aber erfolgreicher etablieren wird, kann nicht abschließend gesagt werden. Über eine Investition aber sollte man nur dann nachdenken, wenn man die Vor- und Nachteile aller großen Privacy Coins ausführlich analysiert hat.

Auch wenn es beinahe unmöglich ist Monero zu regulieren (vor allem wenn einmal Kovri implementiert ist), sollte man sich darüber bewusst sein, dass Regierungen wenig Gefallen daran finden, dass Monero-Transaktionen komplett anonymisiert ablaufen. Es wäre also denkbar, dass der Endnutzer der Währung langfristig bestraft werden könnte, wenn er Monero nutzt – denn aufgrund der Dezentralität des Coins, kann keine zentrale Stelle zur Verantwortung gezogen werden.

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