Finanzminister von Simbabwe fordert Krypto-Einheit von Zentralbank – Schweiz als Vorbild

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In Simbabwe duftet schon der Krypto-Frühling | © Depositphotos
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Mthuli Ncube, Finanzminister von Simbabwe, hat von der Zentralbank seines Landes einen Krypto-freundlichen Kurs verlangt. Sie solle Innovatoren fürs Erste walten lassen und eine eigene Einheit für die Digitalwährungen gründen – ein Bruch mit der bisherigen Zentralbankpolitik.

Der erst vor wenigen Tagen ernannte Finanzminister Mthuli Ncube sieht Investitionen in Kryptowährungen als Teil einer Lösung an. Wie die örtliche Nachrichtenplattform IT Web Africa berichtete, verlangt er daher die Gründung einer Einheit für Kryptowährungen von der Reserve Bank of Zimbabwe (RBZ).

Die RBZ solle sich ein Vorbild an der schweizerischen Zentralbank nehmen. Diese würde „in Bitcoin investieren und ihn verstehen“. Auch könne man in der Schweiz schon mit Bitcoin eine Reise bezahlen.

Es gäbe innovative junge Leute in Simbabwe, denen man keine Steine in den Weg legen dürfe. Stattdessen solle die Zentralbank sie erst einmal frei arbeiten lassen und verstehen, was sie eigentlich tun. Erst dann sollten Regulierungen eingeführt werden.

Nationalwährung scheiterte

Venezuela hat sich in jüngster Zeit zum Paradebeispiel für Hyperinflation entwickelt. Während die dortige Regierung noch mit immer kurioseren Maßnahmen versucht, den Verfall ihrer Währung aufzuhalten, hat Simbabwe diesen Kampf schon vor Jahren aufgegeben. Die dortige Nationalwährung, der Simbabwe Dollar, wurde bereits 2015 endgültig abgeschafft.

Dafür wurden zahlreiche ausländische Währungen, darunter auch der Euro, als Zahlungsmittel zugelassen. Die Regierung nutzt für ihre Transaktionen den US-Dollar. Das Problem der Inflation mag somit gelöst worden sein, dafür entstand nun stattdessen eine Bargeld-Knappheit.

Gegensatz zur bisherigen Zentralbankpolitik

Sollte Ncube sich durchsetzten können, wäre das ein Bruch mit der bisherigen Agenda der RBZ. Diese hatte im vergangen November Bitcoin für illegal erklärt. Im Mai verbot die Zentralbank den Banken des Landes, Transaktionen zu verarbeiten, die mit Krypto-Handel in Verbindung stehen.

Die örtliche Exchange Golix wollte das nicht hinnehmen und legte Klage gegen die Entscheidung ein. Zwar hob der oberste Gerichtshof in der Landeshauptstadt Harare das Verbot tatsächlich auf, doch die Zentralbank blieb bei ihrer Position, Krypto-Transaktionen gefährdeten das Finanzsystem.

Zeit für Innovation

Es ist noch kein Jahr vergangen, seit es in Simbabwe zu einem Umsturz kam. Der über 90-jährige Präsident Robert Mugabe war im November 2017 nach einer Jahrzehnte währenden Herrschaft entmachtet worden. Jetzt könnten modernere Politiker wie der neue Finanzminister Ncube das Entwicklungsland fit für das 21. Jahrhundert machen.

Letzterer hält einen Doktortitel in Finanzmathematik und war Vize-Direktor der Afrikanischen Entwicklungsbank. Spätestens im Januar 2014 hörte er zum ersten Mal von Bitcoin, zumindest erwähnte er die Digitalwährung damals erstmalig auf seiner Twitter-Seite.

Wird sich Simbabwe nun zu einem Krypto-freundlichen Standtort wandeln? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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