Elon Musk warnt vor Twitter-Betrügern – mit Humor

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Unter prominenten Twitter-Accounts tummeln sich die Betrüger | © Stock-Graphics
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Tesla-Gründer Elon Musk und Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin haben Twitter erneut auf eine omnipräsente Betrüger-Masche aufmerksam gemacht: Kriminelle imitieren Name und Bild eines prominenten Twitter-Accounts und versuchen mit einer perfiden Masche, arglosen Nutzern ihr Kryptogeld zu entlocken. Jetzt soll Twitter mehr dagegen unternehmen.

Elon Musk scheint es nicht besonders gut zu gehen. Sein Gesicht auf dem Profilbild ist merkwürdig verformt, er hat nur 24 Folger und sein Name ist dazu noch falsch geschrieben.

Auf den zweiten Blick wird klar, dass es sich dabei tatsächlich um einen Fake-Account handelt. Der Nutzer imitiert Elon Musks Namen und Profilbild. Die kleine blauen Wolke mit dem Häkchen rechts neben dem Namen, die verifizierte Twitter-Nutzer erhalten, fehlt hier. Wer etwas genauer hinsieht, erkennt schnell, dass der Name @eloionusk gewählt wurde, um den Erfinder aus dem Silicon Valley zu mimen. Der Betrüger scheint seinen Plan offenbar genau durchdacht zu haben, denn er hat Elon Musks Profilbild verzerrt. Damit umgeht er wahrscheinlich einen Twitter-Bot, der solchen Betrugsmaschen vorbeugen will, indem der Kurznachrichtendienst von diesem auf gleiche Profilbilder abgesucht wird.

Besonders perfide ist, dass der Fake-Account seine toxischen Scams direkt unter Twitter-Meldungen des echten Elon Musks platziert. Dem Nutzer, der nicht auf den Account des Betrügers klickt, fällt so nur mit hoher Aufmerksamkeit (oder Kenntnis derartiger Betrugsmaschen) auf, welches Spiel hier getrieben wird.

In den Kommentaren behauptet der Betrüger, dass Musk die Kryptowährung Ether und Bitcoin zu verschenken habe. Dafür müsse der Nutzer dem „Gönner“ aber vorerst einen kleinen Betrag in dieser Währung zuschicken – angeblich deshalb, damit Musk weiß, wohin er das Kryptogeld zu schicken habe. Der unbedarfte Nutzer sieht sein Geld selbstredend nie wieder. So erbeutet sich der Betrüger große Summen an Ether.

Musk und Buterin warnen schon seit Langem

Derartige Identitätsdiebe sind in der Krypto-Branche bereits seit einiger Zeit ein großes Problem. Ethereum-Gründer Vitalik Buterin warnte bereits im Januar vor Betrügern und änderte später sogar seinen Nutzernamen zu „Vitalik ‚Not giving away ETH‘ Buterin“, um eindeutig zu verstehen zu geben, dass er ganz sicher nicht an dubiosen Schenkaktionen beteiligt ist.

Auch Elon Musk stellte bereits im Februar klar, dass er „buchstäblich Null Kryptowährungen“ besitzen würde. Daher wird er solche auch niemals verschenken. Da die Masche aber immer noch im großen Stil betrieben wird, zwitscherte der Unternehmer gestern abermals eine (humorvolle) Klarstellung. Obwohl er hier Ethereums Scambots kritisiert, bescheinigt er den Betrügern aufgrund ihrer Omnipräsenz „Mad skillz“ (Krasse Fähigkeiten).

Darauf reagierte wiederum Buterin, indem er den Twitter-CEO Jack Dorsey um Hilfe bat. Außerdem fragte er die Ethereum-Gemeinde, ob nicht jemand einen Scam-Filter erstellen könne. Buterin äußerte sich etwas enttäuscht, dass der erste Tweet von Musk mit Ethereum-Bezug von Scam-Bots und nicht von der Technologie handelte. Denn nach eigener Einschätzung ist Buterins Ethereum sicherlich mindestens ähnlich visionär wie Musks SpaceX-Projekt. Außerdem verschrieb sich Musk. Als er sich auf Buterins Erfindung bezog, schrieb er von „Etherium“. Auch darüber dürfte der Ethereum-Gründer nicht besonders erfreut reagiert haben.

Twitters Lösung

Schon jetzt kann man eine verdächtige Ether-Adresse überprüfen lassen. Die Webseite EtherscamDB sammelt und kategorisiert einige bekannte Betrüger. So kann man zum Beispiel nachlesen, dass der inzwischen gesperrte Twitter-Nutzer „TezosFoundatin“ (ein Imitator der Tezos Foundation) umgerechnet über 13 000 Euro erbeuten konnte.

Twitter wendet bereits Ressourcen auf, um Krypto-Betrügern auf ihrer Plattform den Garaus zu machen. Während der Imitator der Tezos Foundation bereits gelöscht wurde, ist der Möchtegern-Musk noch auf Twitter zu finden.

Auch wenn den eingefleischten Krypto-Investor solcherlei Betrügereien fast schon amüsieren, fallen gerade Einsteiger schnell auf solche Praktiken herein. Immerhin haben Buterin und Musk doch ein solch hohes Ansehen, dass sie ihre Folger nicht um ihr Kryptogeld bringen werden – denkt sich so mancher Neuling in der Szene. Viele erleben dann das böse Erwachen. Bleibt zu hoffen, dass Buterins Bitte Gehör findet.

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