Dash – eine Analyse

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Dash | © dash.org
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So wie Bitcoin erlaubt die Digitalwährung Dash einen Zahlungsverkehr direkt von Person zu Person. Ein Mittelsmann wird nicht benötigt. Anders als ihr Vorgänger gestattet Dash seinen Nutzern allerdings die Möglichkeit Transaktionen anonym zu tätigen und augenblicklich zu bestätigen. Dash Evolution soll den Krypto-Zahlungsverkehr ähnlich wie PayPal stark vereinfachen – nur eben dezentral, direkt und mit verschwindend geringen Gebühren.

Digital Cash (Dash) ist eine Kryptowährung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Lösungen für Probleme in ihrem Protokoll zu verankern, mit denen Bitcoin zur Zeit noch zu kämpfen hat. So erlaubt Dash etwa Transaktionen günstig, schnell und anonym zu versenden. Im Gegensatz zu Bitcoin bietet Dash außerdem einen Anreiz, eine Full Node zu betreiben. Entwickler müssen sich daher nicht von institutionellen Organisationen wie Blockstream abhängig machen um für ihre Leistungen entlohnt zu werden.

Geschichte von Dash 

Dash wurde von Evan Duffield, einem frühen Bitcoin-Ethusiasten, entwickelt. Schon 2010 war er von Bitcoins Technologie begeistert. Er merkte aber rasch, dass die mangelnde Anonymität und Schnelligkeit von Bitcoin-Transaktionen ein Hinderungsgrund für eine mögliche Massenadaption seien könnten. Daher veröffentlichte er das XCoin (XCO)- Protokoll, welches später in Darkcoin und im März 2015 schließlich in Dash umbenannt wurde.

Die maximale Anzahl an Dash ist auf 18 Millionen Coins gedeckelt und wird erst im Jahre 2300 erreicht. Die Block-Belohnung sinkt dabei jährlich um 7,1% und die Blockzeit beträgt 2,5 Minuten, womit sie viermal schneller als diejenige vom Bitcoin ist.

Dash unterscheidet sich vom Bitcoin vor allem in vier Bereichen. Bei Dash wird das Betreiben einer Full Node (Masternode) belohnt, anonyme und schnelle Zahlungen sind möglich und Entwickler sowie Werber der Währung werden bezahlt.

Masternodes

Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin oder Dash sind auf Betreiber von Full Nodes angewiesen. Ohne diese wäre ein dezentrales Netzwerk nämlich nicht denkbar. Sie verifizieren, dass Transaktionen und Blöcke vernünftig zusammengestellt und in die Blockchain aufgenommen werden. Das Problem beim Bitcoin ist allerdings, dass mit zunehmender Adaption des Netzwerks, das Betreiben einer Node immer mehr an Attraktivität verliert. Denn mit steigender Nutzung, steigt auch die Bandbreite, wodurch das Führen einer Full Node immer teurer wird. Das Resultat ist abzusehen: Immer weniger Nutzer werden die Bereitschaft aufbringen eine Full Node zu betreiben und es wird sich allmählich eine Zentralisierung einstellen.

Masternodes sollen diesen Zielkonflikt nun auflösen. Es handelt sich dabei um Full Nodes, die im Gegensatz zu ihren Pendants im Bitcoin-Netzwerk für ihre Arbeit belohnt werden.

Um auch einen Anreiz zu liefern, dass Betreiber einer solchen Masternode im Interesse der weiteren Dash-Gemeinde handeln, kann eine solche Node erst dann aufgesetzt werden, wenn man im Besitz von mindestens 1.000 Dash ist. Das entspricht beim aktuellen Preis in etwa einem Gegenwert von 200.000 Euro. Dieser hohe Preis soll auch verhindern, dass ein Individuum alle Masternodes aufkauft. Fast die Hälfte (45%) der Block-Belohnungen werden an die Betreiber solcher Masternodes ausgeschüttet. Das entspricht in etwa 2 Dash pro Woche. Dafür muss die Node 24 Stunden am Tag aktiv sein und darf nicht mehr als eine Stunde ihre Verbindung zum Netzwerk unterbrechen.

Masternodes müssen folgende Dienstleistungen erbringen:

  • InstantSend: Diese Funktion ermöglicht augenblickliche Transaktionen. Im Bitcoin-Netzwerk hingegen dauert die Bestätigung einer Geldbewegung etwa 10 Minuten (solange nicht Lightning genutzt wird)
  • PrivateSend: Während Bitcoin-Transaktionen öffentlich einsehbar und zurückverfolgbar sind, erlaubt Dash vollständig anonyme Geldbewegungen.
  • Dezentrale Regierung: Masternodes stimmen darüber ab, wohin sich das Netzwerk künftig entwickeln soll. Bei Bitcoin haben wenige sehr große Mining-Farmen eine überproportionale Macht.
  • Dash Evolution: Ein dezentraler Prozessor für Zahlungen, quasi die Dash-Alternative für PayPal.

Aktuell gibt es 4644 Masternodes.

PrivateSend:

Eine der größten Schwachstellen des Bitcoins ist, dass seine Transaktionen pseudonym und nicht anonym vonstatten gehen. Zwar werden alle Geldbewegungen über randomisierte Schlüssel (bestehend aus Zahlen- und Buchstabenfolgen) abgewickelt, allerdings können Personen (oder Geheimdienste), die Kenntnis von deinen Schlüsseln haben, alle Geldbewegungen, die über diese Schlüssel getätigt wurden online einsehen. Dash ermöglicht mit der Funktion PrivateSend eine vollständige Verschleierung der Transaktionen.

PrivateSend funktioniert folgendermaßen:

  1. Die PrivateSend Funktion stückelt die Transaktion in kleine Einzelteile: 10 Dash, 1 Dash, 0,1 Dash und 0,01 Dash.
  2. Die Wallet eines Nutzers setzt sich mit einer beliebigen Masternode in Verbindung, welche die zu versendenden Dash anonymisieren soll.
  3. Die Masternode teilt dem Netzwerk mit, dass ein Nutzer seine Dash gegen andere Dash eintauschen möchte, um deren Historie zu vernebeln.
  4. Zwei weitere Nutzer melden sich, welche die gleiche Anzahl an Dash tauschen möchten.
  5. Die Wallets der drei Nutzer teilen der Masternode drei neue Adressen mit, an welche die anonymisierten Dash nach der Durchmischung gesandt werden sollen.
  6. Die Masternode durchmischt die Dash und holt eine Bestätigung der Nutzer-Wallets ein, welche der Masternode signalisieren, dass es sich bei den neuen Adressen tatsächlich um ihre eigenen handelt. Dadurch wird vorgebeugt, dass die Masternodes das Geld an ihre eigene Adresse schicken. Die Wallets signieren die Transaktion und schicken die Dash über die zuständige Masternode an die gewünschte Adresse. Die Dash befinden sich also zu keinem Zeitpunkt im Besitz der Masternodes.

Selbstverständlich geschieht dieser Prozess im Backend vollautomatisch. Der Nutzer muss nur die PrivateSend-Funktion betätigen. Den Rest erledigt ein in der Wallet integrierter Algorithmus.

InstantSend

Wer Dash innerhalb von weniger als einer Sekunde verschieben möchte, kann dies über InstantSend tun. Beim Bitcoin gilt eine Transaktion erst als wirklich nachweislich sicher, wenn sie als Teil eines Blocks bestätigt wurde. Ist die Transaktion nämlich noch nicht in der Blockchain gesichert, sind die Bitcoins rein technisch gesehen auch noch nicht versandt und einer Double-Spend-Attack wäre Tür und Tor geöffnet. Dieser Gefahr beugt Dash vor, indem das Protokoll die zu sendenden Coins einfach „weg sperrt“, bis diese auf der Blockchain gesichert sind. Sobald eines Transaktion mit InstantSend abgeschlossen ist, hat der Sender also keinerlei Zugriff mehr auf das Geld.

Dezentrale Regierung der Dash-Blockchain und Finanzierung

Eines der komplexesten und schwierigsten Herausforderungen in einer dezentralen Digitalwelt ist es, Entscheidungen zu fällen. Ohne Hierarchie kommt es nämlich zu Konflikten und damit zu Spaltungen. Außerdem ist es nahezu unmöglich fähige Entwickler zu finden, welche ihre Arbeit kostenlos zum Wohle aller Nutzer anbieten. Daher gehen 10% der Block-Belohnungen von Dash an Entwickler, die erfolgreich Vorschläge eingebracht und umgesetzt haben, welche das Dash-Protokoll verbessern. Die Betreiber von Dash-Masternodes entscheiden darüber, ob ein Vorschlag angenommen oder abgelehnt wird.

Dash Evolution 

Dash Evolution soll eine dezentrale API werden. Also eine anfängerfreundliche Benutzeroberfläche, die jeder ungeachtet der technischen Kenntnisse genutzt werden kann. Dezentral ist sie deshalb, weil Dash Evolution zu keinem Zeitpunkt deine privaten Zugangsschlüssel speichern wird. Du hast trotz der einfachen Benutzeroberfläche durchgehend die alleinige Kontrolle über deine Dash-Coins. Evolution befindet sich immer noch im Entwicklungsstadium und ist zur Zeit Dashs größtes Projekt. Ziel ist, Zahlungen mit Dash so einfach werden zu lassen, wie Zahlungsvorgänge auf PayPal (nur eben ohne die 2€ Transaktionsgebühren, schneller und auf Wunsch auch anonym).

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