Civil wollte Journalismus durch Blockchain revolutionieren, scheitert krachend – vorerst

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Civil ist bei der ersten Investorenrunde krachend gescheitert. | © Depositphotos
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Die Journalismus-Plattform Civil ist mit ihrem Tokenverkauf krachend gescheitert. Das ICO hätte bis zum 15. Oktober mindestens 8 Millionen US-Dollar einbringen sollen. Allerdings wurden nur etwa 1,4 Millionen investiert. Civil-Gründer Matthew Iles gab den Anlegern die Möglichkeit, ihr Geld zurückzuerhalten oder an einem in Kürze stattfindenden zweiten Anlauf teilzunehmen.

Das Blockchain-Medienprojekt Civil hat einen herben Rückschlag erlitten. Durch ein ICO des Tokens CVL hätten vom 18. September bis zum 15. Oktober zwischen acht und 24 Millionen US-Dollar eingenommen werden sollen. Doch das Mindestziel wurde weit unterschritten. Insgesamt beliefen sich die Investitionen nur auf rund 1,4 von 8 Millionen US-Dollar.

Das Scheitern kam des ersten Anlaufs kam für viele Investoren überraschend, nachdem erst kürzlich berichtet wurde, dass das Wirtschaftsmagazin Forbes mit Civil einen Partnerschaftsvertrag geschlossen hatte.

Ein Token für guten Journalismus

Das Ziel von Civil ist ein sich selbst kontrollierender Marktplatz für hochqualitativen Journalismus. Die Abhängigkeit von Werbeeinnahmen soll gebrochen werden. Der CVL-Token wird es seinem Besitzer ermöglichen, neue Redaktionen auf der Plattform zu gründen und zu unterstützen.

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Für den Einsatz von CVL im Wert von 1.000 US-Dollar kann man zudem eine Redaktion anklagen, sollte man der Auffassung sein, dass diese gegen die Civil-Verfassung verstoßen hätte. Die Gemeinde stimmt daraufhin (ebenfalls unter Einsatz von CVL) ab. Sollte die betreffende Redaktion für schuldig befunden werden, wird sie von der Plattform verbannt.

Der Civil-Rat wiederum dient als eine Art Berufungsgericht, bei dem die Verlierer einer solchen Abstimmung in Revision gehen können. Er besteht aus erfahrenen Journalisten, Journalismus-Gelehrten und Anwälten für Meinungsfreiheit. Um den Civil-Rat einzuschalten, sind ebenfalls CVL im Wert von 1.000 US-Dollar notwendig. Sollte man Recht bekommen, erhält man das eingesetzte Geld zurück.

Neuer Anlauf geplant

Matthew Iles, Gründer und CEO von Civil, lässt sich vom Scheitern des Tokenverkaufs nicht entmutigen. Wie er am Dienstag in einem Blogbeitrag auf Medium bekanntgab, wird es schon bald einen neuen ICO-Versuch geben. Bisherige Anleger können sich entscheiden, ob sie an diesem zweiten Verkauf teilnehmen oder lieber ihr Geld zurückerhalten möchten. Wer nicht reagiert, bekommt sein Geld am 29. Oktober automatisch zurücküberwiesen. Offenbar war der erste Verkauf vielen Anlegern zu kompliziert gewesen. Beim zweiten Versuch soll es deutlich einfacher werden, CVL zu erwerben.

ConsenSys rettet Civil

Die Blockchainfirma ConsenSys ist der bislang mit Abstand größte Geldgeber von Civil. Das Unternehmen mit Sitz in New York hatte bereits im Oktober 2017 fünf Millionen Dollar in das Journalismus-Projekt investiert. Auch bei dem gescheiterten Tokenverkauf gab ConsenSys mit 1,1 Millionen US-Dollar den Löwenanteil.

Offenbar glaubt das Blockchain-Unternehmen weiterhin an Civils Erfolg, denn es überwies der Civil Foundation nun weitere 3,5 Millionen US-Dollar. Über diese können die ursprünglichen 14 Redaktionen auf der Plattform weiterhin finanziert werden.

Ist Civil ein Fehlschlag oder wird der zweite Tokenverkauf das Scheitern des ersten wieder wettmachen? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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