Blockstream startet „Liquid Network“ – Erste Bitcoin-Sidechain ist jetzt live

0
987
Blockstream veröffentlicht die erste Bitcoin-Sidechain Liquid. | © Blockstream
⏱ Lesezeit: 2 Minuten

Nach jahrelanger Entwicklung hat Blockstream nun den Start des Liquid Networks verkündet. Die Bitcoin-Sidechain soll vor allem Transaktionen zwischen Exchanges beschleunigen. Das Netzwerk wird von 21 etablierten Kryptounternehmen gebildet und stellt eine private Blockchain dar, welcher ein eigener Token, der Liquid Bitcoin (LBTC), zugrunde liegt.

Mit dem Liquid Network wurde die bislang erste Bitcoin-Sidechain der Entwicklerfirma Blockstream in Betrieb genommen. Das verkündete das Unternehmen am Mittwoch in seinem Blog.

Liquid stellt eine eigene Blockchain dar und verfügt über eine native (i.e. eigene) Kryptowährung, den Liquid Bitcoin (LBTC). Ihr erster Block wurde am 27. September gemined. Der Liquid Bitcoin ist an den Bitcoin (BTC) gekoppelt und kann jederzeit gegen ihn umgetauscht werden.

Schnellere Transaktionen und Token auf Bitcoin-Basis

LBTC soll ermöglichen, dass die Teilnehmer des Netzwerkes BTC innerhalb von zwei Minuten untereinander transferieren können. Reguläre Bitcoin-Transaktionen können wegen der Blockzeit von zehn Minuten deutlich länger dauern.

Aber Liquid kann noch deutlich mehr. Zum Beispiel können auf dem Netzwerk Tokens gebaut werden, die beispielsweise Fiatwährungen oder Handelsgüter repräsentieren. Laut Blockstream-CSO Samson Mow könnte Liquid diese Aufgabe sogar besser erfüllen als die Smart Contract-Plattform Ethereum, über welche die zahlreichen ERC20-Tokens gestartet werden. Das sagte Mow in einem aktuellen Interview mit der Kryptonachrichtenseite Coindesk.

Einbußen bei der Denzentralität

Bei Liquid handelt es sich um eine sogenannte Föderierte Sidechain. Wie Blockstreams FAQ-Seite erklärt, verwendet das Netzwerk im Gegensatz zu Bitcoin kein Proof of Work. Stattdessen werde Liquid durch „eine Starke Förderation vertrauenswürdiger Funktionäre“ abgesichert.

Bislang wurden 23 Unternehmen als Teilnehmer des Netzwerkes genannt, darunter große Exchanges wie Bitfinex und OKCoin. Sie betreiben die private Blockchain und profitieren dafür von den schnelleren Transaktionen. Außerdem müssen sie eine monatliche Gebühr an Blockstream entrichten.

Die Entwicklerfirma gesteht ein, dass eine Dezentralität auf Bitcoin-Niveau mit Liquid nicht möglich sein werde. Allerdings könne keine einzelne Partei das System kontrollieren, da die teilnehmenden Exchanges weltweit verstreut und voneinander unabhängig seien. Außerdem müssten Updates durch einen Konsens aller Mitglieder beschlossen werden.

Was lange währt wird endlich gut

Seit seiner Gründung im Jahr 2014 werkelt Blockstream an Sidechains. Damals wurde das Konzept bereits in einem White Paper vorgestellt. 2015 wurde dann Liquid angekündigt. 2017 startete dann die Beta-Version.

In naher Zukunft möchte Blockstream eine eigene Wallet für das Netzwerk erstellen. Eine Integration in die Hardware-Wallets von Trezor und Ledger ist ebenfalls geplant. Samson Mow zeigt sich äußerst optimistisch für die Zukunft von Liquid. Bald sollen täglich Milliarden von Dollar in Bitcoin und neu geschaffenen Tokens über das System versendet werden.

Ist Liquid ein großer Schritt nach vorne oder oder eine zweifelhafte Zentralisierung des Bitcoin-Netzwerks? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

Hinterlasse einen Kommentar

Please enter your comment!
Please enter your name here