Die Blockchain, ihr Potenzial und ihre Sprengkraft

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Blockchain, die dem Bitcoin zugrunde liegende Technologie, hat das Potenzial, das von zentralistischen Banken geführte Finanzsystem, grundlegend umzukrempeln. Maßgeblich dafür ist ihre Fähigkeit, vorher zentral regierte Sektoren zu dezentralisieren. Diese Eigenschaft erlaubt der Blockchain auch, die Grundlage für die Errichtung eines neuartigen, wahrhaftig dezentralen Internets zu werden.

Das Internet hat den Geldtransfer grundlegend verändert. Ein paar Klicks und rasch sind große Geldmengen von Berlin nach München bewegt. Aber auch die Art der Kommunikation hat sich durch die Erfindung sozialer Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram grundlegend verändert. Es bedarf nur weniger Sekunden, um Freunden und Bekannten auf der ganzen Welt etwas mitzuteilen. Allerdings hat diese rasante Entwicklung auch dazu geführt, dass sich gigantische Unternehmen, wie Facebook, Alphabet und Amazon, aber auch Großbanken eine zentralistische Monopolstellung aufbauen konnten. Ihre Kenntnis über unsere Daten, ihr Einfluss auf unser Handeln übersteigt zum Teil die des Staates. Die Blockchain bringt nun das Potenzial mit sich, die Vorzüge der neuen Technologien beizubehalten und gleichzeitig diese Monopole zu sprengen. Denn ihre Technologie erlaubt einen dezentralen Aufbau von Strukturen, die vorher nur zentral regiert werden konnten.

Der Bitcoin wurde 2009 zusammen mit der Blockchain geschaffen. Er hat das erste Mal die Möglichkeit eröffnet, dass zwei Personen übers Internet einen Wert direkt untereinander austauschen können. Eine zentrale Instanz zur Navigation dieser Transaktion ist nicht mehr nötig. Seit seiner Erfindung sprießen immer neue Projekte wie Pflanzen aus dem Boden, mit dem Ziel, verschiedene Bereiche, die vorher von zentralisierten Unternehmen getragen wurden, zu dezentralisieren – ganz egal ob es sich dabei um Währungssysteme, soziale Medien oder Datenspeicherungssysteme handelt.

Unterschied zwischen der Blockchain und einer Datenbank

Häufig wird die Blockchain belächelt, da es vielen zunächst nicht einleutet, worin denn die revolutionäre Sprengkraft dieser neuen Technologie stecken soll. Das Konzept hinter der Blockchain ist doch nichts Neues – behaupten ihre Skeptiker. „Worin unterscheidet sich denn diese Blockchain von einer herkömmlichen Datenbank?“ – wird dann gefragt.

Eine Datenbank wird von einer zentralen Instanz, wie etwa einer Firma, bereitgestellt. Ist einem Zugang gewährt, können Daten ergänzt, gelöscht und hinzugefügt werden – abhängig davon, welche Kompetenzen einem vom Anbieter der Datenbank zugeschrieben werden. Wird diese Datenbank dann kurz nach Änderung von einer anderen Person aufgerufen, findet diese die aktualisierte Version vor.

Eine Blockchain hingegen geht über die bloße Fähigkeit der Datenspeicherung noch hinaus. Wie ihre Name schon verrät, ist die Blockchain eine Kette von Blöcken. Beim Bitcoin enthält ein solcher Block dabei diverse Informationen zu Transaktionen, die innerhalb eines gewissen Zeitfensters getätigt wurden. Nach Abschluss eines Zeitfensters (beim Bitcoin sind es im Durchschnitt 10 Minuten), wird ein neuer Block in die Kette eingegliedert. Blockchains, die andere Bereiche zu dezentralisieren suchen, enthalten neben Informationen zu Geldbewegungen noch andere Daten. Im Gegensatz zu einer Datenbank können hier keine Daten ergänzt oder gelöscht werden. Die in den Blöcken gesicherten Informationen sind für immer auf der Blockchain gespeichert. Daten werden bei Systemen, die auf der Blockchain basieren dadurch geändert, indem der Kette ein neuer Block angefügt wird. Daher spricht man auch von dem „unveränderlichen Bestandsbuch“.

Warum aber macht man es sich bei der Blockchain so kompliziert und löscht alte Einträge nicht einfach, ähnlich wie man es bei einer Datenbank tut? Schuld daran ist die Dezentralisierung. Die Blockchain wird von keiner zentralen Instanz verwaltet, sondern viel mehr von dezentral geführten Nodes (auf Deutsch: Knotenpunkten) regelmäßig aktualisiert. Eine Node kann von jedem mit Internetzugang und dafür erforderlicher Rechenleistung geführt werden. Wird ein neuer Block gelöst, wird dieser von Nodes auf seine Authentizität hin verifiziert und dann der Blockchain angehängt. Er enthält nur die Informationen, die sich im Vergleich zu den bereits auf der Blockchain gespeicherten Daten geändert haben. Dieses Verfahren erlaubt erst eine Dezentralisierung. Könnte nämlich jeder Teilnehmer des Netzwerks die Blockchain nach Belieben verändern, müsste man darauf vertrauen, dass kein Teilnehmer die Transaktions-Historie zu seinen Gunsten abändert. Da das Risiko dafür zu groß wäre, hat man sich für einen Mechanismus entschieden, der eben dieser Gefahr vorbeugt.

Dadurch, dass keine Information aus der Blockchain entfernt werden, lässt sich die gesamte Historie des Netzwerks bis zu ihrer Schaffung zurückverfolgen.

Wer hat die Blockchain erfunden?

Die Blockchain wurde zusammen mit dem Bitcoin im Jahre 2008 von einem gewissen Satoshi Nakamoto erdacht. 2009 wurde der Bitcoin dann kodiert und veröffentlicht.

Es ist davon auszugehen, dass Satoshi Nakamoto ein Pseudonym ist. Bis heute ist nicht bekannt, wer sich dahinter verbirgt. Diese Tatsache trägt mit zu Faszination der Blockchain bei.

Was macht den Reiz der Blockchain aus?

Als Satoshi Nakamoto noch aktiv sein Forum bitcointalk.org betreut hat, betonte er, dass der Bitcoin geschaffen wurde, um künftig unabhängig zu sein und damit eine durch Spekulationswut ausgelöste Bankenkrise, wie sie 2007/2008 eingetreten ist, künftig zu verhindern. Nicht länger soll es Bankern möglich sein durch Manipulation des Finanzsystems, ihre Macht zuungunsten der Völker auszunutzen.

Diese Auswüchse konnten nur eintreten, da zentrale Instanzen das Vertrauen ihrer Kunden auszunutzen wussten. Die Blockchain ist nun ein Netzwerk, dem man nicht vertrauen muss, sondern das grundlegend so programmiert wurde, dass es nicht zu manipulieren ist.

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