Bitcoins Energieverbrauch wirklich so schrecklich? Wissenschaftlerin widerspricht

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Wenn die Energiequelle stimmt, ist die Höhe des Stromverbrauchs zweitrangig | © Stock-Graphics
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Dr. Katrina Kelly-Pitou von der Universität Pittsburgh hat einen neuen Artikel zum Energieverbrauch durch Bitcoin-Mining veröffentlicht. Darin widerspricht die Wissenschaftlerin der verbreiteten Kritik, die Kryptowährung verursache Umweltschäden. Das Schürfen der Coins würde nämlich zunehmend mit erneuerbaren Energien betrieben.

Ein häufig genutztes „Argument“ von Bitcoin-Gegnern besagt, dass Bitcoin, die weltgrößte Kryptowährung, umweltschädlich sei. Denn die Prozessierung der Transaktionen in ihrem Netzwerk verbrauche mehr Energie als ein ganzer Staat, so die Kritiker. Mal wird als Beispiel Irland genannt, mal Dänemark oder auch die Schweiz. Der Spiegel titelte gar im Dezember, Bitcoin bedrohe die globale Energiewende.

Unbestreitbar braucht der Proof-of-Work-Algorithmus, mit dem Bitcoins geschürft werden und der die Sicherheit des Netzwerkes gewährleistet, eine große Menge an Strom. Aber ist es legitim, daraus auf große Schäden für Klima und Umwelt zu schließen?

Energie-Wissenschaftlerin widerspricht

Dr. Katrina Kelly-Pitou von der Universität Pittsburgh beantwortet diese Frage klar mit Nein. Die Doktorin für Energie-Wirtschaft und -Politik veröffentlichte am Montag einen Artikel zu dem Thema auf The Conversation, einer Online-Publikation, die „akademische Strenge“ mit „journalistischem Flair“ verbinden will.

Man brauche sich keine Sorgen über die angebliche Umweltschädlichkeit von Bitcoin zu machen, denn nicht der absolute Energie-Verbrauch sei das Entscheidende. Viel wichtiger sei die Quelle des erzeugten Stromes. Es mache einen deutlichen Unterschied, ob fossile Brennstoffe oder erneuerbare Energien die Miner antrieben.

Entwicklung zu sauberen Stromquellen

So sei es natürlich schlecht für Umwelt und Klima, wenn in der Vergangenheit ein Großteil des Schürfens durch CO2-intensiven chinesischen Kohlestrom betrieben worden sei. Die aktuelle Entwicklung gehe aber hin zur Nutzung erneuerbarer Energien, bei denen ein erhöhter Verbrauch kaum Schäden anrichte.

Zu nennen wäre der amerikanische Nordwesten, die Bundesstaaten Washington und Oregon, wo die im Überfluss vorhandene Wasserkraft zunehmend zum Mining genutzt wird. Auch der nordische Inselstaat Island ist nicht nur wegen der natürlichen Kühlung der Computer attraktiv. Das Land deckt seinen gesamten Energie-Bedarf aus nachhaltigen Quellen wie der Geothermie.

Banken verbrauchen dreimal mehr Strom als Mining

Kelly-Pitou betont außerdem, dass jede neue Technologie zu Anfang energieintensiv sei. Im Laufe der Zeit würde aber stets der Verbrauch durch größere Effizienz gesenkt, um Kosten zu sparen.

Sie führt noch einen Vergleich an, der für viele Bitcoin-Befürworter eine Bestätigung sein dürfte: Während die Kryptowährung 2017 einen Strombedarf von 30 Terrawattstunden hatte, lag der Verbrauch von Banken mit 100 Terrawattstunden bei einem Vielfachen.

Hast du ökologische Bedenken was Kryptowährungen betrifft? Oder ist das in deinen Augen bloß eine Scheindebatte, die von Bitcoin-Gegnern ohne echte Argumente am Leben erhalten wird? Schreib uns deine Gedanken in die Kommentarspalte!

2 Kommentare

  1. Moin!

    Wenn sachliche Argumente nicht mehr reichen, dann muss ein sogenanntes Totschlag-Argument her. Dazu bietet sich meistens ein aktuelles Thema an. Und Klimadebatte und/oder Energieverbrauch geht immer.

    Hier in Deutschland wird oft noch einer draufgelegt, wie zum Beispie die TAZ vom 10. März 2018. Dort muss dann die AfD herhalten, weil sich die Bundesvorsitzende als promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin mit der Thematik befasst.

    Der etwas abstruse Artikel kann unter folgendem Link gelesen werden: http://www.taz.de/!5487869/

    Viele Grüße und immer genügend BTC in der Wallet!
    Gerd Taddicken

    Donnerstag, 23. Aug. 2018, ~20.51 h – (XTRHW)

    +++

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