Bitcoin könnte Ethereum dank Sidechains Konkurrenz machen

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Bitcoin wird dank Sidechains zur dApp-Plattform. | © Bitcoinwiki.org
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Mittels sogenannter Sidechains ist es möglich dezentrale Applikationen (dApps) auf der Bitcoin-Plattform zu bauen. Rootstock arbeitet seit Jahren an einem Protokoll, welches Sidechains mit Bitcoins Blockchain kompatibel macht. Möglicherweise könnte Bitcoin dank dieser Technologie Ethereum und anderen Smart Contract-Plattformen langfristig den Rang ablaufen.

In der Tat hat Ethereum Bitcoin einiges voraus. Das Netzwerk dient als innovatives Fundament für die Gründung von Smart Contracts, während Bitcoin „nur“ ein interessantes alternatives Währungsmodell darstellt. Das könnte sich aber langfristig ändern, denn es gibt bereits die Möglichkeit über Sekundärblockchains, sogenannte Sidechains, dApps auf der Bitcoin-Plattform zu bauen. Die Speerspitze dieser Entwicklung bildet Rootstock. Aber vorher möchte ich erst einmal erläutern, was denn überhaupt eine Sidechain ist.

So funktioniert eine Sidechain

Als Sidechain bezeichnet man eine Blockchain mit eigenen Minern und Nodes, die allerdings als „Tochterblockchain“ plastisch gesprochen, mit den Digitalwährungen der „Mutterblockchain“ genährt wird. Dieses Modell erlaubt, dass zum Beispiel BTC von der Bitcoin-Blockchain extrahiert werden, um dann wiederum auf einer anderen Blockchain, einer Tochterblockchain, genutzt zu werden. Über diesen Mechanismus können dApps gebaut werden, ohne die Mutterblockchain maßgeblich zu verändern.

Verknüpft sind Sidechains mit der Mutterblockchain über einen Zweiweg-Filter. Soll ein Token auf eine Sidechain gesandt werden, wird er eingefroren. Daraufhin werden Äquivalente dieses Tokens zu einer festgelegten Rate auf der Sidechain aufgetaut. Tatsächlich verlässt ein Token also zu keinem Zeitpunkt die Mutterblockchain, er wird lediglich solange eingefroren, bis die Token-Äquivalente der Sidechain wieder zu dem Zweiweg-Filter geschickt werden.

Sicherheit

Sidechains sind für ihre eigene Sicherheit verantwortlich. Sollte eine Sidechain kompromittiert werden, bleibt der Schaden auf diese Tochterblockchain begrenzt. Andersherum bleibt eine Sidechain weiterhin intakt, wenn die Mutterblockchain gehackt wird. Allerdings würden auch die Äquivalent-Tokens der Sidechains massiv an Wert einbüßen.

Problematisch für die Sicherheit von Sidechains ist, dass ihre Miner nur einen geringen Anreiz haben dem Netzwerk Rechenleistung zur Verfügung zu stellen. Denn die Miner werden hier ausschließlich mit Transaktionsgebühren entlohnt, ein herkömmlicher Mining-Reward wird hier nicht ausgeschüttet. Daher wurde das sogenannte Merged-Mining (verschmolzenes Mining) erfunden, welches gleichzeitig der betreffenden Sidechain wie auch der Mutterchain Rechenleistung zur Verfügung stellt, wodurch auch wieder eine Beteiligung am Block-Reward gewährleistet ist.

Problematisch ist, dass sich der Tausch der Tokens zwischen den Blockchains nur sehr schwer automatisieren lässt. In vielen Fällen sind daher sogenannte Föderationen vonnöten, welche den Tausch zentral navigieren. Hier gibt es wiederum verschiedene Mechanismen um diese Aufgabe zu dezentralisieren und sogar ein Stück weit zu automatisieren. Eine Methode davon heißt Drivechain. Dabei müssen Miner über den Tausch abstimmen. Je mehr an der Abstimmung teilnehmen, desto sicherer. Weitere Modelle sind auf der Webseite von Rootstock (RSK) im Detail ausgeführt.

Rootstock

Bei Rootstock handelt es sich um eine Smart Contract-Plattform, die durch ein Sidechain-ähnliches Modell an die Bitcoin-Blockchain geknüpft ist. Tatsächlich wird hier ein Modell gewählt, welches ein Hyrid aus Drivechain, Sidechain und Föderationen ist. Je weniger Miner im RSK-Netzwerk aktiv sind, desto mehr müssen Föderationen den Tausch navigieren. So kann ein dynamischer Wechsel zwischen dezentraler und zentraler Navigation gewährleistet werden, um maximale Sicherheit zu garantieren.

Eine reine Sidechain-Technologie mit automatischen Täuschen per Smart Contracts wäre auf der Bitcoin-Blockchain nur möglich, wenn vorher eine entsprechende Hard Fork implementiert würde. Solange muss Rootstock mit dem Drivechain-Modell auskommen. Das hat die Entwickler allerdings nicht davon abgehalten am 2. Januar dieses Jahres das Mainnet Bamboo zu starten.

Rootstock hat einige Vorteile gegenüber alternativen Smart Contract-Plattformen wie etwa Ethereum. Der offensichtlichste ist, dass RSK auf der beliebtesten, ältesten und sichersten Blockchain, nämlich derjenigen des Bitcoins fußt. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Merged-Mining nicht mehr Rechenkapazität verbraucht als gewöhnliches Bitcoin-Schürfen. Außerdem erhält man man für das Merged Mining noch zusätzliche RSK-Tokens (auch Smart Bitcoins genannt), sodass sich Mining sogar noch mehr auszahlt.

Hältst Du es für möglich, dass Bitcoin Ethereum einmal vollständig ersetzt? Schreib uns deine Gedanken dazu in die Kommentarspalte!

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